JuffEd – Qt Text Editor
Ich suche schon lange einen Text Editor für Linux, der einige bestimmte Eigenschaften hat. Nur irgendwie ist das schwierig. Es gibt unter Linux zwar viele unterschiedliche Editoren, angefangen von kleinen Konsolen Editoren wie Joe oder Nano über die entweder innig geliebten oder gehassten vi und Emacs, einfachen GUI Editoren wie Gedit bis hin zu dicken Schiffen wie Eclipse. Aber alle haben irgendwie einen Haken.
Für mein Vorhaben suche ich einen schlanken und erweiterbaren Editor, mit dem auch normale Anwender zurechtkommen. Damit scheiden sowohl Eclips & co aus sowie alle Konsolen basierten einschließlich der Varianten mit Fensterrahmen (vim-gtk usw)
. Bleiben noch Editoren wie Kate, Gedit und Geany. Kate scheidet aus, weil mir als Gnome bzw Xfce User zu viele KDE Abhängigkeiten installiert werden. Bei Geany und Gedit scheitert es bei mir an GTK. Ich komme damit einfach nicht zurecht. Außerdem sind mir die GUIs der beiden Editoren zu unflexibel. Bei Gedit fehlen mir auch Funktionen wie Code Folding.
Ich bin schon vor einer Weile auf JuffEd gestoßen, habe die Entwicklung allerdings aus den Augen verloren. Heute bin ich mal wieder auf die Seite gestoßen und habe mir gleich mal die aktuelle Version aus dem PPA installiert.
sudo add-apt-repository ppa:mezomish/juffed sudo apt-get update sudo apt-get install juffed juffed-plugins
JuffEd ist ein Texteditor, der in C++ geschrieben ist und Qt4 als grafische Oberfläche benutzt. Er lässt sich über Plugins erweitern, bietet bereits viele Features und lässt sich konfigurieren.
Die Verwendung von Qt4 und den Docking Panels beseitigt eine Schwäche der üblichen GTK Editoren wie Gedit oder Geany: der starre Aufbau der GUI. Beide bieten nur jeweils links und unten ein Panel für Erweiterungen. Diese nehmen immer die volle Breite/Höhe ein, selbst wenn sie nur wenig Inhalt haben. Außerdem ist immer nur jeweils ein Tab sichtbar. Das stört die Usability und die Übersichtlichkeit IMHO erheblich. Selbst Kate hat diesen starren Aufbau, trotz Qt4.
JuffEd macht hier von den Docking Panels von Qt4 gebraucht, wodurch sich die Erweiterungen rund um den eigentlichen Editor nahezu beliebig anordnen lassen. Das gleiche gilt für die Werkzeugleisten. Diese lassen sich ebenfalls nahezu beliebig anordnen oder sogar frei schweben. Das erhöht die Übersichtlichkeit, da man mehrere Panels gleichzeitig darstellen kann.
Ansonsten bietet JuffEd viele Features, die man von einem Editor erwartet wie Syntax Highlightning, wenn auch nicht für ganz so viele Sprachen wie bei anderen Editoren. Es gibt auch erst ein halbes Dutzend Plugins, da das Projekt bisher nur wenige Entwickler hat. Allerdings könnte sich JuffEd zu einer interessanten Alternative entwickeln. Ich für meinen Teil werde mein Glück mal damit probieren. Vielleicht finden sich durch diesen Artikel ja ein paar Interessierte.
Tags: JuffEd, Qt4, Text Editor


Dezember 26th, 2010 at 6:19 pm
Eine Frage noch: Wenn es bei dir an “GTK scheitert”, was ja nicht ungewöhnlich ist, wieso nutzt du dann XFCE/GNOME?
Dezember 26th, 2010 at 6:36 pm
Weil GTK nutzen und GTK programmieren zwei unterschiedliche paar Schuhe sind.
Ich bevorzuge einfach das Look&Feel von Gnome/Xfce bzw ich kann mich mit KDE einfach nicht anfreunden.
Dezember 26th, 2010 at 11:47 pm
achso, na dann
Dezember 27th, 2010 at 5:19 pm
Danke für den Tipp! Der Editor gefällt mir sehr gut, insbesondere um TeX-Dokumente zu erstellen (Editor, File-Browser und Terminal in einer Oberfläche).
Nur ein Manko habe ich festgestellt: juffEd hat keinen automatischen Zeilenumbruch – oder findet den jemand?
Dezember 27th, 2010 at 6:03 pm
Naja, Editor, File Browser und Terminal in einem haben andere auch. Das Terminal ist auch noch nicht 100% stabil. Vorteil bei JuffEd ist aber, dass man zum Beispiel den Filebrowser und die Document List übereinander anordnen kann. Bei Gedit oder Kate liegt alles übereinander und man kann immer nur eins sehen.
Das mit dem Zeilenumbruch hab ich noch nicht bemerkt. Normal nutze ich das auch nicht. Mal weiterleiten
Dezember 27th, 2010 at 6:04 pm
Ich nimms zurück – auch das funktioniert hervorragend! Ich habe in den Einstellung rumgesucht, stattdessen ist es aber unter “Ansicht” -> “Zeilenumbruch” zu aktivieren. Einfacher als gedacht
Dezember 27th, 2010 at 6:33 pm
hm, in der aktuell compilierten Version gibts die Einstellung gar nicht mehr.
Muss mir mal die Editoreinstellungen näher anschauen
Dezember 27th, 2010 at 6:48 pm
Jetzt habe ich aber ein echtes Manko gefunden: Es gibt kein Plugin, das die Rechtschreibprüfung übernimmt – da muss ich dann später wohl mit Gedit nochmals drüber lesen.
Was lernt man daraus: Die schlanke, flinke, eierliegende Wollmichsau wurde immer noch (!) nicht gefunden. Aber da fehlt meines Erachtens echt nicht mehr viel
Dezember 27th, 2010 at 7:14 pm
Steht seit 2009 auf der ToDo Liste
Dezember 28th, 2010 at 8:24 am
Codefolding in Gedit? Siehe http://code.google.com/p/gedit-folding/ (habs aber noch nicht getestet!)
Übrigens, mit Plugins kann man Gedit sehr schön aufpeppen. Siehe auch hier: http://www.ubuntu-center.de/890/webeditoren-unter-ubuntulinux-teil-2gedit/
Gruß,
Jens
Dezember 29th, 2010 at 3:42 pm
Klasse Tip!!! Ich danke herzlichst für diesen Beitrag und wünsche ein gesundes, entwicklungsreiches
neues 2011! Winkerchen vom Niederrhein
Dezember 30th, 2010 at 12:59 pm
Und willst du den Texteditor nun benutzen oder programmieren?
Dezember 30th, 2010 at 4:43 pm
beides
März 19th, 2011 at 2:40 pm
Hallo!
Vielen Dank für die Empfehlung, auch ich als Neueinsteiger unter Ubuntu fühle mich mit diesem Programm sehr wohl. Nur hab ich ein kleines Problem, wo ich wahrscheinlich aber nur auf dem Schlauch stehe. Wenn ich über Einstellungen -> Fenster andocken ein Fenster andocke und eine Datei öffne, ist das angedockte Fenster wieder weg und ich muss es erneut öffnen. Habe auch schon in den Einstellungen gesucht, aber ich finde keine, die es mir erlaubt, die angedockten Fenster geöffnet zu lassen. Gibt es da eine Möglichkeit?
Gruß
kb