Wer braucht da schon Photoshop

Ein häufig genanntes Killer Argument gegen Linux ist Photoshop. Bis auf wenige Ausnahmen ist das jedoch für mich nicht nachvollziehbar.

Gerade bin ich über ein Video gestolpert, das eindrucksvoll die Fähigkeiten freier Software demonstriert. Das muss man mit Photoshop erst einmal besser und schneller hin bekommen.

Ich frage mich bei dem Video lediglich eins: warum kann man die Teile, für die der Künstler Mypaint verwendet, nicht auch in Gimp machen?

Und jetzt viel Spaß beim zuschauen

[Das Video wird nur im Blog angezeigt)

28 Responses to “Wer braucht da schon Photoshop”

  1. rr Says:

    Für 2D-Painting benötigt man andere Funktionalitäten, als für den Print oder Fotobearbeitung. Für Print ist Gimp quasi nicht zu gebrauchen. Bei Fotobearbeitung punktet Photoshop mit Funktionen, die Gimp nicht hat. Ich nutze Gimp sehr gern und für die meisten Sachen reicht es mir auch völlig aus. In Sachen Funktionsumfang und Möglichkeiten sollte man aber auf den Vergleich zwischen beiden verzichten. Deiner Argumentation folgend, könnte man auch sagen, es reicht ein Assembler zum programmieren, ging früher ja auch.

  2. burli Says:

    Print ist klar, Fotobearbeitung wegen den fehlenden Farbräumen etwas schwieriger.

    Trotzdem ist es beeindruckend, was außerhalb der Photoshop Welt möglich ist.

    Und es stellt sich ja immer noch die Frage, ob man den Mehrwert von Photoshop überhaupt nutzen kann.

  3. IML Says:

    Nur ganz kurz (für mehr als ein paar Zeilen Kommentar habe ich leider keine Zeit) – MyPaint ist spezialisiert auf die Benutzung mit einem Grafiktablett und die “Simulation” natürlicher Zeichenmaterialien. Das macht das Arbeiten in diesem Bereich mit MyPaint wesentlich einfacher, mit Gimp wäre das wahrscheinlich auch möglich, ginge aber nicht ganz so leicht von der Hand. Das zu
    warum kann man die Teile, für die der Künstler Mypaint verwendet, nicht auch in Gimp machen?
    MypPaint ist für meinen persönlichen Geschmack eines der reizvollsten Programme unter Linux, Vergleiche zu anderer Software mag ich persönlich aber nicht ziehen, ebensowenig wie bei Photoshop/Gimp – Photoshop habe ich nie besessen oder benutzt, lese also Beurteilungen nur als Aussenstehender :)

  4. Jens Says:

    Ich bin ohne große Probleme von MS Office auf OpenOffice gewechselt. Wenn ich bei OOo eine Funktion vermisse (oder nicht finde), kann ich in Ruhe danach in der Hilfe/ im Internet suchen. Bei Grafik ist es etwas anderes. Eine Unterbrechung des kreativen Arbeitsflusses wirkt da sehr störend. Und wenn man viele Jahre mit “seinem” Programm gearbeitet hat, fällt es verdammt schwer, zu wechseln, egal in welcher Richtung! Wer unbedarft anfängt, sich mit Grafik zu beschäftigen, wird in Gimp vielleicht ein ideales Programm finden. Aber meine bisherigen Versuche mit Gimp waren nicht sehr erfolgreich.

  5. Gerald Says:

    Ich habe inzwischen den Ersatz für Photoshop gefunden: GIMP + Cinepaint. Cinepaint wird (angeblich) von den meisten Hollywood-Studios für Specialeffects verwendet.

    Cinepaint basiert auf GIMP, kann echtes CMYK, 16 und sogar 32 bit mit entsprechender Hin-und-Her-Umwandlung der Farbräume, saubere Ebenenverwaltung. Cinepaint ist bei vielen Werkzeugen in der Bedienung ident zu Photoshop, bei einigen sogar noch einfacher, im Gegensatz zu GIMP. Dafür hat Cinepaint als Noch-immer-Betaversion ein paar Bugs, die GIMP nicht hat, wodurch ich für diese Aktonen auf GIMP ausweichen muss.

    Leider gibt es (noch) nicht die _eine_ Anwendung, die Photoshop ersetzen kann.

    Wobei das Synonym Photoshop einfach durch: “Universalwerkzeug für Fotobearbeitung und -Druckaufbereitung” zu ersetzen ist.

  6. IML Says:

    Bzgl. der “Fähigkeiten freier Software”: Wer mehr von Mr. Revoy sehen möchte – bzw. wie die kombinierten Fähigkeiten von Zeichner (Mr. Revoy) und Software (MyPaint) aussehen können kann das hier im MyPaint-Forum tun.

  7. frank Says:

    Schönes Video. Es zeigt aber eher die Fähigkeiten des Künstlers eindrucksvoll. Gimp ist leider professionell nicht zu gebrauchen, da kein CMYK-Support…

  8. burli Says:

    Irgendwie scheint Cinepaint aber nicht mehr besonders aktiv zu sein. In Maverick findet es sich nicht in den Paketquellen, der Blog ist recht bescheiden und die Sourcen bei SF sind von 2008.

    Tut sich da aktuell noch was?

  9. schmiddim Says:

    Klasse Video. Erinnert mich ein wenig an Bob Ross :)
    Ich würde sowas noch nicht einmal ansatzweise mit Gimp hinbekommen. Ich mache mit Gimp rudimentäre Bildbearbeitung und zeichne ab und an etwas kleines. Das ist wie bei Office: 90% der Nutzer arbeiten mit 10% der Fähigkeiten des Programms. Von daher habe ich auch keinen Bedarf für Photoshop.

  10. steff Says:

    Für den normalen User mag das richtig sein, der Profi hingegen muss sich ein CYMK-taugliches Setup mit geeigneter Bitauflösung finden. Außerdem ist der Vektorgrafik-Bereich ebenfalls unterrepräsentiert, also gute FLOSS-Werkzeuge mit inkl. CYMK-Farbseparierung. (Inkscape kann das nicht). Außerdem sollte man erwähnen, dass es Arbeitsabläufe mit Agenturen, Kunden und Druckereien gibt und wenn man da nicht die richtigen Werkzeuge hat, dann ist man schnell aufgeschmissen.

  11. burli Says:

    man braucht echt kein Photoshop, um am PC geile Zeichnungen zu zaubern. Man braucht nur Talent. Und das ist in den 1000€ (oder was das kostet) für Photoshop nicht inbegriffen

  12. burli Says:

    Profis, ja, wer es beruflich benötigt, ja.

    Aber ein Urlaubsfotograph braucht keine teure Software. Die meisten Kompaktkameras spucken ja schon keine CMYK Bilder aus

  13. Bajk Says:

    Gimp ist leider – wie OpenOffice – von der Benutzeroberfläche einfach SCHEISSE.
    Sonst wären die beiden Programme gar nicht mal so schlecht. Einfach GTK-Mittelalter durch Qt-Fortschritt ersetzen und Java raushauen und bisschen feintuning, dann schaut die Sache schon anders aus :)

  14. burli Says:

    Gerade OpenOffice würde ich nicht als Scheisse bezeichnen. Das ist stellenweise besser als das “Original” aus Redmond. Das hat auch nichts mit GTK zu tun, wobei Qt zugegebenermaßen einige Sachen vereinfachen würde.

  15. lorag Says:

    Photoshop CS2 läuft bei mir seit Jahren mit wine unter Ubuntu, ohne dass jemals ein Problem aufgetaucht wäre. Ich habe keine neueren Versionen auf ihre Winefähigkeit getestet, muss allerdings auch sagen, dass mir die Innovationen zwischen CS2 und CS4 eher gering vorkommen, sodass ich ohnehin nicht updaten würde.

    Allerdings starte ich es nicht besonders oft, da mir Gimp in 99% der Fälle genauso gute Dienste leistet und einfach schneller startet. Gimp hat sogar ein Plugin, das CMYK-Separation durchführen kann. Das brauche ich allerdings zu Hause nicht. Im gestalterischen Bereich liegen die Stärken von Photoshop eindeutig im Pinselhandling und der besseren Unterstützung von Grafiktablets – was ein wenig zusammenhängt.

    Aber letztlich sind das doch alles nur Scheindiskussionen. Wenn jemand Linux nicht mag, wird er sich immer an irgendwas stören. Für Linux gibt es zum Beispiel wenig Spiele. Ich denke, dass das 90% der Durchschnittsuser mehr stört als die angeblich fehlende PS-Unterstützung. Oder iTunes oder … Man findet immer irgendwas.

    Besonders schlimm ist ja unter Linux die fehlende Trojaner- und Virenunterstützung … ;)

  16. Val Says:

    Das Video ist echt gut. Der Zeichner hat echt Talent und viel Liebe zum Detail. Ein langes Video, aber sehr kurzweilig. Vielen Dank für den Post!

  17. migo Says:

    Wer sagt das Gimp kein CMYK unterstützt?

  18. Liomans Blog: Ein digitales Gemälde entsteht Says:

    [...] Der dicke Mäusekäfer »Ein digitales Gemälde entsteht 12. Dezember, 2010, um 16:56 UhrBei burli habe ich ein Video entdeckt, welches die Entstehung eines Digitalgemäldes zeigt.  Zum Einsatz [...]

  19. Das Wort Says:

    Gut das du das noch mal sagts. Denn wenn ich manchen Leuten zuhöre, dann könnte man meinen dass das das Feature Nummer 1 bei Photoshop wär…

  20. Gast Says:

    OpenOffice ist “cluttered as hell”. Auch wenn ich z.B. Ribbon noch nie aktiv verwendet habe kann man sich schon beim zugucken sicher sein, dass man damit wesentlich besser arbeiten kann. Und dank Java ist OO auch noch lahm und integriert sich mies in Gnome… An Funktionen mangelt es OO (wie auch Gimp) sicher nicht, nur braucht man bis zum gewünschten Ergebnis eben deutlich länger.

  21. Das Auge Says:

    “man” kann den Mehrwert nutzen. Ich nicht, weil ich mich mit Photoshop nicht auskenne.

    Ich nutze sowohl für Print als auch für Fotobearbeitung GIMP und fahre gut damit. Dass für professionelle Grafiker Gimp nicht ausreicht, kann ich mir vorstellen, ich kann es aber nicht beurteilen, da ich selbst keiner bin.

    Burli, was produzierst du denn so mit GIMP (verzeih mir, dass ich nicht deinen Blog nach Hinweisen durchstöbere)

  22. burli Says:

    Ich bin selbst kein Künstler. Ich nutze Gimp nur für einfachere Sachen wie Fotos nacharbeiten oder Screenshots bearbeiten.

  23. Michael Says:

    Ich persönlich finde den ständigen Vergleich von Photoshop und GIMP mehr als unsinnig, da Photoshop das Referenzprogramm für den professionellen Einsatz ist und allein wegen des hohen Preises bei Privatanwendern wohl fast ausschließlich als Raubkopie anzutreffen ist, sofern es sich nicht um eine der abgespeckten Versionen handelt.

    Auch sollte man nicht vergessen, dass hinter Photoshop ein Multimilliarden-Unternehmen steckt und man GIMP direkt unterstützen kann, sei es finanziell oder durch freiwillige Arbeit, das machen aber wohl nur die Wenigsten, sonst wäre GIMP bestimmt schon weiter.

  24. burli Says:

    Mich ärgert halt immer wieder, dass Photoshop als DIE Referenzanwendung für Windows hingestellt wird. Dabei ist der Großteil der Installationen eine Raubkopie und 95% der User nutzen gerade mal 10% der Fähigkeiten.

    Wie ich in einem Kommentar weiter oben schon geschrieben haben: Talent wird mit Photoshop nicht mitgeliefert.

  25. johannes Says:

    Ich liebe Gimp und darf seit ein Paar Monaten dies auch an einer VHS unterrichten. Sehr zu empfehlen sind 2 Plugins, GMIC und der Resynthesizer.
    Beim aktuellen Debian oder Ubuntu installiere ich dies sowie zusätzliche Pinsel immer direkt mit “sudo apt-get install gimp-data-extras gimp-gmic gimp-resynthesizer”

    Auch biete ich auf meiner Website http://ownos.de schon seit längerem ein Live System mit vielen Design- und Grafiktools an wo diese Plugins bereits installiert sind.

    LG

    Johannes

  26. Jens Says:

    Naja, wenn man dann genau hinschaut, entpuppt es sich (im privaten Bereich) meist als PS Elements, was bei irgendeiner Kamera dabei war. :)
    Ich könnte ohne PS meinen Job an den Nagel hängen. Ist nun mal in Sachen Grafik DIE Referenzanwendung. Zum “Malen” wie in dem Video würde ich noch ArtRage empfehlen. OK, ist ein Winprog, läuft aber auch mit Wine. Geniale Wekzeuge, sehr intuitiv, kennt Ebenen und exportiert in PSD, was man ja auch in Gimp laden/bearbeiten kann!

  27. Wer braucht da schon Photoshop... Says:

    [...] braucht da schon Photoshop… Schaut selbst Wer braucht da schon Photoshop | burlis Blog Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware, sprich, du kannst sie kostenlos nutzen. [...]

  28. Andreas_P Says:

    SOSO, die UI von GIMP ist einfach “sch…..”

    Schon mal GIMP-GIT gesehen? Nein, das ist jetzt kein Aufsatz (oder separates Programm wie CinePaint) sondern eine Quell-Entwicklerversion. Falls man sich dies mal zusammengebaut hat, gibt es dann die Möglichkeit unter mehreren Designs eins auszuwählen. Einfenster- ist wohl das, was am häufigsten gewählt wird.

    Zweiter Punkt. CYMK. Wie dringend braucht die Welt subtraktive Farbmischungen? Naja wohl dringend. Antwort des GIMP-Dev Teams: GEGL (Graphenbasiertes Editing).

    Dritter Punkt. MyPaint hmm naja… Scheint ganz gut zu sein, aber besser als das neue Krita wohl eher mal nicht.

    Es wird sich noch einiges in nächster Zeit verändern…
    (libregraphicsmag.com)


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