Posts Tagged ‘Canonical’

Die Kritik an Unity 6.6 auf den Punkt gebracht

Montag, September 24th, 2012

Einige Neuerungen im neuen Unity Desktop von Canonical wirbeln mal wieder viel Wind in der Community auf. Und ich muss gestehen, dass auch ich bei dem aktuellen Stand einige Bedenken habe. Als da wären:

  • Unverschlüsselte Übertragung von Sucheingaben in der Home Lens
  • Fehlende Möglichkeit zur kompletten Abschaltung der Übertragung von Suchanfragen (es sei denn, ich habe die Option übersehen)
  • Einblendung von Amazon Suchtreffern in der Home Lens ohne Option zur Deaktivierung (es sei denn, ich habe die Option übersehen)
  • Unzureichender Jugendschutz (den es bei Amazon aber generell nicht gibt)

Eine unverschlüsselte Datenübertragung ist in der heutigen Zeit eigentlich indiskutabel. Ohne Verschlüsselung steht dem Missbrauch Tür und Tor offen. Auch die Tatsache, dass sämtliche Eingaben in der Home Lens an einen Server übertragen werden, egal wie vertrauensvoll, ohne die Option der vollständigen Deaktivierung, ist ebenfalls indiskutabel. Das mag für den Privatuser noch akzeptabel sein, aber Ubuntu disqualifiziert sich damit IMHO komplett für sensible Bereiche, wo Datenschutz oberstes Gebot ist.

Mit einer Shopping Lens könnte ich problemlos leben. Ich muss sie ja nicht nutzen. Aber in der Home Lens hat das nichts zu suchen. Wenn ich etwas einkaufen will kann ich auf die Shopping Lens wechseln.

Und wie an anderen Stellen schon erwähnt wurde ist der Jugendschutz nicht gegeben. Die Suche nach “Pussy Riot” oder ähnlichem kann zu unerwarteten Ergebnissen führen. Ich kann darüber vielleicht noch schmunzeln, aber ein 12 jähriges Mädel könnte da doch etwas irritiert sein. Hier müsste es Canonical so machen wie Google. Bei der Eingabe von Schlagwörtern wie “Pussy” reagiert Auto Complete einfach nicht.

Ich kann das Bestreben von Canonical durchaus nachvollziehen und ich habe mit einer gewissen Kommerzialisierung auch keine Probleme. Ich habe zum Beispiel keine Probleme mit den kostenpflichtigen Programmen, im Gegenteil, ich finde es sogar gut. Hab selbst schon Musik oder auch mal ein Spiel gekauft. Alles Easy bisher. Aber im Moment stellt sich Canonical wirklich sehr ungeschickt an, um es mal vorsichtig zu formulieren.

Um es mit den Worten von Jean Luc Picard zu sagen:

“This line must be drawn here. This far, no farther”

One for all. Oder auch Ubuntu for Android

Mittwoch, Februar 22nd, 2012

Canonical hat gestern erneut eine Bombe platzen lassen, indem Ubuntu for Android vorgestellt wurde. Allein die Meldung auf Facebook hatte innerhalb von 12 Minuten über 1000 likes!

Ubuntu for Android ist ein kleiner Geniestreich aus dem Millbank Tower in London. Auch wenn die Idee nicht ganz neu ist, ist es auf jeden Fall die Umsetzung. Ubuntu for Android ist im Prinzip der erste vollwertige Desktop für ein Smartphone.

Der Trick dabei ist, dass auf dem Smartphone zwei Systeme parallel laufen. Ein Android System für die mobile Nutzung, ein kompletter Unity Desktop für zu Hause. Das Smartphone wird einfach in eine Docking Station gesteckt und ein an die Docking Station angeschlossener Monitor zeigt einen normalen Unity Desktop, der wie gewohnt mit Maus und Tastatur bedient werden kann.

Damit aber nicht genug. Dockt man das Smartphone an einen Fernseher erscheint die Oberfläche von Ubuntu TV. Damit ist das Smartphone nicht nur ein mobiler Begleiter sondern auch gleichzeitig ein Desktop und ein Media Center.

Ein kurzzeitig freigegebenes Video zeigt ein Motorola Smartphone mit der bereits funktionierenden Software. Das Video wurde jedoch kurze Zeit später auf “privat” umgestellt. Es gibt aber natürlich Alternativen ;)

Was in dem Video noch fehlt, aber für den “Vorgänger”, das Motorola Atrix, schon existiert, ist ein Netbook Dock für das mobile Arbeiten auf dem Desktop. Einfach eine Tastatur, ein Display und eventuell ein Akku für die Laufzeitverlängerung würde reichen.

Damit bräuchte man nur noch ein Gerät für mobiles Telefonieren, die tägliche Desktop Arbeit im Büro oder unterwegs und den gemütlichen Videoabend.

Man könnte zum Beispiel tagsüber Filme mit dem Smartphone aufnehmen, am Desktop mit dem mitgelieferten Videoschnittprogramm bearbeiten und anschließend gemütlich vor dem Fernseher bewundern.

Oder man könnte zu Hause eine Präsentation für einen Vortrag vorbereiten, im Zug auf dem Weg zum Vortrag mit dem Netbook Dock nochmal alles überprüfen und bei der Konferenz das Smartphone an einen Beamer anschließen.

Alles auf einem Gerät und alles ohne Daten von einem Gerät auf das andere kopieren zu müssen. Man muss nur hoffen, dass die Steckverbinder hochwertig und gut verarbeitet sind ;) . Ein Traum wäre natürlich noch Wireless HDMI für den Monitor und Bluetooth bzw Wireless USB für die Peripherie.

Über die Einzelheiten und technischen Daten lassen sich inzwischen ausreichend Nachrichtenplattformen aus wie Pro-Linux, Heise oder Golem. Daher erspare ich mir eine weitere Kopie ;) .

Canonical sucht Programmierer

Mittwoch, Februar 15th, 2012

Canonical sucht Programmierer

2x Software Engineer (X.org)

1x für Desktop

Man kann von zu Hause arbeiten. Hätte ich Ahnung von irgendwas würde ich mich glatt bewerben. Aber für X.org bin ich zu blöd :D

Pläne für Ubuntu TV

Mittwoch, Januar 25th, 2012

Canonical Design hat in einem Blogpost die Prioritäten für Ubuntu TV genauer festgelegt.

Essential

  • 10′ interface
  • Watching Media (DVR, Live, Network(TV Guide is part of DVR/other services))
  • Control via remote control

High priority

  •  Plugin support- Cloud and/or server storage (for home grown media)
  •  Playback of physical media (USB cd/dvd/bluray drive)
  •  Installable image
  •  Easy configuration of new devices (eg. installing same plugins, mounting same network shares)
  •  Ubuntu One Accounts
  •  Push media to/from other Ubuntu devices / Media syncing capabilities (Pause on one device, resume from same spot on another device)
  •  Collaborate with other Ubuntu devices (context: https://lists.launchpad.net/ubuntu-phone/msg00006.html )
  •  Control from portable devices (phones/tablets/web interface/PC) (collaboration with Ubuntu Phone/Tablet?)

Medium priority

  •  Sharing media with friends (social network connectivity)
  •  Purchasing media through online stores (Ubuntu one/Amazon/Netflix)

An dieser Liste gefallen mir gleich mehrere Dinge. So steht beispielsweise Bluray weit oben, aber es soll auch ein installierbares Image geben. Dem selbst gebauten HTPC mit Ubuntu TV steht dann also nichts im Weg.

Gut ist auch, dass Social Sharing und der Kauf von Videos eine niedrigere Priorität haben. Der letzte Punkt wird zwar wichtig für Ubuntu, um weitere Einnahmequellen zu erschließen, die Community dürfte aber erstmal weniger Interesse daran haben.

Ich bin schon echt gespannt darauf und bereue fast, dass ich mir erst kürzlich einen Media Player gekauft habe. Besonders gespannt bin ich auf die Fernbedienung und wie das gelöst werden soll. Und ich bin neugierig, was sich sonst noch so tut (Kinekt, Wii Controller…)

Ubuntu HUD – Ersatz für das Application Menu

Dienstag, Januar 24th, 2012

Unity hat ja schon viele Änderungen und auch Neuerungen gebracht. Aber heute haut Mark Shuttleworth eine echte Neuheit raus; HUD

HUD steht für Head-Up Display und soll das klassische Menü komplett ersetzen.

Einen ersten Eindruck bekommt man in diesem Video (nur im Blog zu sehen)

Die Idee dahinter ist interessant. Mark nennt es “intent-driven interface”, übersetzt in etwa zielgerichtete Schnittstelle. Anstatt lange mit der Maus durch verschachtelte Menüs zu geistern gibt man einfach ein, was man ausführen möchte.

Der Hintergedanke ist aber auch klar. Klassische Menüs sind auf Tablets nutzlos. Durch diese Erweiterung kann man dagegen normale Anwendungen sogar auf einem Tablet nutzen.

Einen anderen Aspekt finde ich aber noch viel interessanter; Spracherkennung. Mit HUD wird es möglich, eine Software ohne Anpassungen schnell und einfach per Sprache zu steuern. Mit dem derzeitigen Interface ist das umständlich bis unmöglich oder nur mit speziellen Anpassungen machbar.

Eins steht fest, HUD wird eine weitere Umstellung in der Nutzung des Desktops erfordern. Ich bin mir nicht sicher, wie sich das auf dem Desktop anfühlen wird. Für Tabet, TV und später mit Sprachsteuerung wird es auf jeden Fall eine Bereicherung.

UPDATE Das HUD bleibt (zumindest vorerst) optional. Es erscheint, wenn man die Alt Taste drückt (und loslässt)

UPDATE 2 HUD in Precise Pangolin installieren

sudo add-apt-repository ppa:unity-team/hud 
sudo apt-get update 
sudo apt-get dist-upgrade

Wann immer man nämlich diese Vielfalt wegnimmt, wird Linux durchaus endanwendertauglich

Donnerstag, Januar 12th, 2012

Ich lese gerade den Artikel von Heise zum Anstieg der Nutzerzahlen von Linux in den letzten Monaten. Dabei ist mir ein Satz in’s Auge gesprungen, der die aktuelle Diskussion um Unity und die Strategie von Canonical wie die Faust auf’s Auge zu treffen scheint.

Wann immer man nämlich diese Vielfalt wegnimmt, wird Linux durchaus endanwendertauglich

Ich denke auch, dass genau das der Grund für Canonicals Strategie ist. Ob der Plan aufgeht oder ob sich vielleicht nur Ubuntu TV und Ubuntu Tablet etabilieren können, der Desktop aber weiterhin eine Niesche bleiben werden, muss die Zeit zeigen.

Ich glaube jedoch, dass der Linux Desktop weiterhin an den zwei Hauptgründen scheitern wird: zum einen, weil es im Mediamarkt & co nur Windows Rechner zu kaufen gibt und weil die Microsoft Formate immer noch zu stark dominieren. Erschwerend kommt noch der schrumpfende PC Markt hinzu.

Canonical baut Cluster Server mit 42 ARM Kernen

Dienstag, Juni 14th, 2011

Canonical baut an einem Server mit 42 ARM Kernen, basierend auf dem PandaBoard. In dem Server verrichten 21 dieser Boards ihren Dienst. An jedes Board ist eine 300 GB USB Festplatte angeschlossen.

Quelle: geek.com

Usability Test mit Thunderbird bei Canonical – Wird Thunderbird Standard in Ubuntu?

Mittwoch, Februar 16th, 2011

Canonical hat einen weiteren Usability Test durchgeführt. Diesmal an Thunderbird. Angetreten sind 12 Windows und Mac User unterschiedlicher Altersgruppen.

Einige Tage vor dem Test wurden Test Accounts eingerichtet und mit Mails versorgt, unter anderen aus Mailing Listen. Die Aufgabe der Tester war jeweils, Thunderbird zu installieren, einzurichten und die Mails zu verwalten. Außerdem sollten Kontakte und Filter angelegt werden. Insgesamt sollten 11 Aufgaben durchgeführt werden, die von den Usern unterschiedlich gut bewältigt wurden.

Besonders krass finde ich die “Critical Issues”

After installation from the Ubuntu Software Centre, participants could not find Thunderbird to start using it. They did not see, in the product description, the bread crumb indicating the location of the download when provided.

Most participants failed at creating a filter.

None of our participants was able immediately to find the attachment in a message.

Viel interessanter als das Ergebnis des Tests finde ich jedoch die Tatsache, dass er durchgeführt wurde. Auf meine Frage, ob Thunderbird in naher Zukunft der Standard Mail Client in Ubuntu wird hieß es, es gäbe keine Pläne, aber darüber diskutiert wurde bereits. Das Video zu der Diskussion findet Ihr hier.

Es ist jetzt spekulativ, ob Thunderbird irgendwann in Ubuntu landet, aber wünschenswert wäre es. Ich weiß nicht, wie viele Ubuntu User Evolution verwenden, aber ich denke, der überwiegende Teil verwendet ihn nicht. Problematisch wäre bei einem Wechsel jedoch die dann fehlende Integration des Kalenders. Aber eventuell gibt es hierfür auch bald einen Ersatz.


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