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Seitliche Panels – 16:9 schuld?

Samstag, Februar 5th, 2011

Unity legt das Startmenu auf die Seite, auch die Gnome Shell verzichtet auf ein unteres Panel und legt die Taskleiste auf die linke Seite. Ich lese auch dauern, dass damit OS X kopiert wird. Ich habe allerdings noch kein Bild von einem OS X Desktop gesehen, bei dem das Startmenu seitlich angeordnet ist, es würde mich aber nicht wundern.

Unity geht sogar noch einen Schritt weiter und legt die Anwendungsmenus und die Titelleiste von maximierten Fenstern in das obere Panel.

Zitat von Mark Shuttleworth:

It’s all about vertical pixels

Und warum? Weil Displays immer breiter und niedriger werden. Zuerst 4:3, dann 16:10 und schließlich 16:9.

Das klassische Gnome Design mit zwei Panels, Titelleiste und Menu, die breite Taskleiste von Windows 7 plus Titelleiste und Menu, die Taskleiste von KDE4 usw usf: kostet auf einem 16:9 Display alles zuviel Platz.

Auf einem FullHD Monitor mag es noch kein Problem sein, auch noch nicht bei 1600×900, aber spätestens bei 1366×768 hat man im Browser doch nur noch einen Guckschlitz ins Internet. Breit, aber nicht mehr sonderlich hoch. Auf einem Nettop mit 1024×600 bleibt bei den normalen Designs von einer Webseite doch gar nichts mehr übrig.

Und viele Webseiten nutzen die Breite gar nicht. Auch viele Anwendungen können von der vollen Breite keinen Gebrauch machen. Wenn man programmiert sollen die Codezeilen sowieso nicht länger als 80 Zeichen sein. Eher nur 78.

Die einzige Anwendung, die wirklich davon profitiert, sind Videos. Einen Film im 16:9 Format kann man balkenfrei abspielen. Nur dumm, dass der größte Teil aller DVDs eben nicht in dem entsprechenden 1,76:1 Format verkauft wird. Es gibt fast keine Spielfilme in dem Format. Bei meinen über 60 Spielfilm DVDs sind gerade mal 3 in 16:9. Der überwiegende Teil wird n 1,85:1, 1,35:1 oder sogar 1,40:1 gedreht. Da hat man selbst am heimischen FullHD Fernseher fette schwarze Balken.

Der Trend mit den seitlichen Panels wundert mich also nicht. Für die normale PC Nutzung ist das 16:9 Format eigentlich unsinnig. Und jeder, der über diesen Trend schimpft sollte als erstes mal schauen, ob er nicht selbst ein Stück dazu beigetragen hat.

Meine Laptops haben eine Auflösung von 1280×800 und ich bin froh über jedes vertikale Pixel mehr, das ich zur Verfügung habe.

Kurz getestet: Gnome-Shell

Dienstag, Februar 1st, 2011

Nachdem Gnome 3 jetzt als Live CD verfügbar ist habe ich es mir mal kurz angeschaut. Da die CD wohl nur unvollständig ist kann ich auch nur testen, was verfügbar ist.

Das erste Problem ist mir schon kurz nach dem Booten aufgefallen. In der unteren rechten Ecke erschien ein Hinweis: Funknetzwerke sind verfügbar. Klicken Sie auf dieses Symbol, um sich damit zu verbinden. Daneben das Symbol des Netzwerkmanager. *klick*…*klickklick*…..*klickklickklickklickklickklickklickklickklick* nichts passiert. Eventuell sollte man dazu schreiben, dass das entsprechende Symbol in der OBEREN Leiste gemeint ist.

Naja, vielleicht auch nur eine schlechte Übersetzung ins deutsche, ich weiß es nicht. Nach zwei weiteren Minuten testen, ich bin eher unbeabsichtigt mit der Maus in die linke obere Ecke gefahren, hing der Desktop. Die Maus ließ sich bewegen, der Rest war tot. Alt+Druck+k oder ähnliches zeigten keine Wirkung. In der ersten halben Stunde ist mir der Desktop insgesamt 4x in verschiedenen Situationen abgestürzt.

Und dann diese Schrift: winzig und unscharf. Ich weiß nicht, ob die Kantenglättung fehlt oder der Font schlecht gewählt ist. Jedenfalls sieht es echt bescheiden aus. Selbst im Firefox wirken die Schriften seltsam.

Die Titelleiste der Fenster sind monströs. Aber vielleicht hat man das mit Absicht so gewählt, dass man auf einem Touchpanel auch mit dicken Wurstfingern die Fenster verschieben kann. Der Schnellstarter auf der linken Seite ist auch nicht zu übersehen, wenn er mal da ist, dafür muss man die Icons mit der Lupe suchen und die Schrift darunter ist nur zu erahnen.

Soviel zu meinem ersten Eindruck von Gnome 3

Ok, Spaß beiseite. Das ist jetzt mal mit Absicht übertrieben und polemisch formuliert. Die Fakten stimmen aber und mein erster Eindruck sieht in etwa so aus. Nach dem Booten wurde ich durch die Benachrichtigung wirklich in die Irre geführt und ich habe erwartet, dass man auf das Symbol in der Benachrichtigung klinken soll. Hier sollte man wirklich nachbessern, weil ich sonst wohl nicht der letzte bin, dem das passiert.

Die Abstürze hatte ich auch. Ich habe zuerst auf meinem Belinea o.book getestet mit Intel 4500HD Chipsatz. Ich habe es wirklich in unterschiedlichen Situationen geschafft, dass der komplette Desktop hängen bleibt. Bei Unity ist mir bisher im schlimmsten Fall Compiz abgeschmiert. Ich konnte zumindest immer alle Daten retten und mit Alt+Druck+k den Desktop neu starten. Bei der Gnome Shell half nur 3 Sekunden Power Knopf drücken.

Die Titelleiste von Gnome 3 ist in dem Default Design wirklich ungewöhnlich hoch. Dazu kommt noch das Menu. Auf einem Netbook mit 1024×600 Pixeln sieht man im Browser von der Webseite nicht mehr viel, wenn man nicht in den Vollbild Modus wechselt.

Auch die Schnellstartleiste auf der linken Seite ist extrem breit und hat vergleichsweise kleine Icons. Die Beschriftung darunter ist trotz kleiner Schrift meistens gekürzt und meines Erachtens überflüssig. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, den Schnellstarter zu verschieben. Ich konnte auch nicht festlegen, dass die Leiste permanent sichtbar ist. Auch die Schrift sah wirklich unscharf aus. Eine Erklärung dafür konnte ich nicht finden.

Normalerweise lasse ich mich ja nicht auf BILD Niveau herab, aber die polemischen Kritiken an Unity in der letzten Zeit haben mich zu einem direkten Vergleich mit der Gnome Shell veranlasst und kann bisher wirklich nur feststellen, dass sich Gnome Shell und Unity nicht viel nehmen. Kritiken wie monströse Icons und auf die linke Seite geklatsche Taskleiste kann man in ähnlicher Form an die Gnome Shell weitergeben.

Es ist auch nicht alles an der Gnome Shell schlecht. Viele der Probleme, die ich geschildert habe, sind vermutlich auf den unfertigen Zustand und eine unvollständig zusammengestellte Live CD zurückzuführen (nicht einmal 400MB groß). Die Performance der Grafik ist wirklich besser als bei Unity, zumindest soweit ich das hier vergleichen kann. Auf meinem zweiten Laptop mit Intel GMA950 konnte ich keinen Absturz provozieren. Also scheint es ein Treiberproblem mit dem 4500HD Chip zu geben. Die Benachtichtigung unten rechts hat auch einige nette Features wie zum Beispiel das direkte Chatten in der Benachrichtigung.

Mir gefällt auch die Anordnung der Fenster nebeneinander, wenn man sich die Desktop Übersicht anzeigen lässt (Expose). Unity Maverick konnte das dank Mutter noch, mit Compiz bleiben die Fenster da wo sie sind. Ich hoffe, dass die Compiz Entwickler das noch abkupfern.

In beiden Fällen, sowohl bei der Gnome Shell als auch bei Unity, sollte man warten, bis sie fertig sind und ein vollständiges Paket geschnürt ist. Dann kann sich jeder für deine Bedürfnisse die passende Shell aussuchen. Beide haben ihre Vorzüge, beide haben Schwächen und jeder sollte sich das raussuchen, was ihm besser gefällt. Aber wer sich über monströse Icons und ein festes Startmenu bei Unity beschwert und deshalb zur Gnome Shell wechselt sollte vielleicht besser mal seine Augen überprüfen lassen.


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