Posts Tagged ‘Linux’

Mit Eagle unter Linux drucken

Mittwoch, September 24th, 2008

Ich hatte unter Linux immer das Problem, das mir der Druckdialog keine Drucker angezeigt hat. Ich konnte nur über den Umweg “Drucken in Datei” ausdrucken. Ich habe jetzt mal in der Newsgroup von Cadsoft nachgefragt.

Das Problem: Eagle sucht die Datei /etc/printcap. Die Datei liegt aber bei einigen Distributionen unter /var/run/cups/printcap.

Die Lösung: man erstellt einfach einen symbolischen Link. Der Befehl ln -s muss als root ausgeführt werden, unter Ubuntu also mit sudo

sudo ln -s /var/run/cups/printcap /etc/printcap

Danach zeigt Eagle alle drucker korrekt an und man kann problemlos drucken.

Ubuntu persistent auf Live-USB Stick installieren

Samstag, September 13th, 2008

Ich habe mir in dieser Woche einen OCZ Rally2 Turbo 4 GB geholt weil ich Ubuntu persistent als Live-USB installieren wollte. Ich wollte dafür aber keinen langsamen Aldi Stick mit 9MB/s lesen und 4,5MB/s schreiben.

Ich habe dafür ein Script verwendet das die komplette Installation automatisch erledigt. Der Artikel Live-USB – persistente Installation beschreibt wie man vorgeht und dort findet man auch das Script.

Mit Hardy hat es leider nicht funktioniert da es wohl einen Bug gibt der hoffentlich mit dem zweiten Point Release behoben wird. Ich habe mir daher ein ISO Image von Gutsy genommen. Man muss es nicht einmal mounten oder entpacken.

Man entpackt das Archiv mit dem Script und kopiert das ISO Image am besten in das gleiche Verzeichnis. In der Konsole wechselt man in dieses Verzeichnis und startet die Installation mit dem Befehl:

sudo sh live-usb.sh

Das Script schlägt einige Angaben vor die jedoch meistens nicht stimmen. In meinem Fall musste ich diese Werte verwenden:

/dev/sdb

/home/burli/tmp/live-usb/gutsy.iso

1

Der erste Wert ist der Pfad zum USB Stick. Der zweite Wert ist der absolute Pfad zu dem ISO Image und der dritte Wert gibt die größe der persistenten Partition an. Eine 1 bedeutet das der maximal mögliche Platz verwendet werden soll was die sinnvollste Einstellung sein dürfte. Der Rest passiert automatisch.

Wichtig: Alle Daten auf dem USB Stick werden gelöscht

Das Script installiert automatisch fehlende Pakete (also nicht erschrecken wenn etwas nachinstalliert wird), partitioniert den USB Stick und kopiert alle Daten korrekt auf den Stick. Wenn das Script fertig ist (bei mir bereits nach ca einer Minute) kann man schon neu Booten und die Installation testen.

Warum ein Live-USB Stick und warum persistente Installation?

Ein Live-USB Stick hat mehrere Vorteile. Der erste ist, das auf einer CD keine persistente Installation möglich ist. Außerdem ist ein halbwegs guter USB Stick schneller als jedes CD Laufwerk und vor allem leiser. Eine persistente Installaltion ermöglicht es zudem beliebige Programme, die man für eine Systemrettung benötigen könnte, nachzuinstallieren. Es werden auch alle Einstellungen gespeichert und ein einmal eingerichteter Firefox bleibt eingerichtet. Man kann also fast genauso arbeiten wie mit einer normalen Installation.

Man kann auch von dem USB Stick einen neuen Rechner installieren. Die Installation läuft auch merklich schneller ab als von CD.

Einen Nachteil hat der USB Stick. Er funktioniert nur bei Rechnern die auch das Booten von USB unterstützen.

Am meisten erstaunt hat mich die Geschwindigkeit. Der Desktop fühlt sich auf meinem Laptop schneller und flüssiger an also die normale Installation von der Platte. Angesichts dessen hoffe ich das gute SSDs bald erschwinglich sein werden

Linux für ältere Rechner optimieren

Samstag, September 13th, 2008

Da ich aufgrund meiner Arbeit an mehreren Orten einen Computer brauche, ich aber nicht unnötig neue Rechner kaufen wollte, habe ich versucht zwei ältere Rechner, einen Laptop mit Pentium 3 und 256MB sowie einen Duron 1300 mit 512MB, wiederzubeleben. Ich hatte es anfangs noch mit Windows probiert, aber WinXP lief auf beiden Rechnern unerträglich langsam. Auf ältere Windows Versionen hatte ich eigentlich keine Lust.

Also probierte ich es mit Linux. Zunächst mit Ubuntu, anschließend Xubuntu und auf dem Laptop hatte ich zwischenzeitlich auch mal Zenwalks. Doch irgendwie hat alles nicht so richtig überzeugt. Da ich kein Fan von spartanischen Oberflächen wie Fluxbox bin sollte es mindestens Xfce sein.

Vor einer Weile habe ich dann Debian Testing mit Xfce instaliert. Das begnügte sich nach dem Booten mit weniger als 50MB RAM, im Gegensatz zu Xubuntu, das sich trotz Abspeckkur immer noch 60MB genehmigte. Auf dem Duron wurde es dann doch Xubuntu, da ich hier weniger Probleme mit zu wenig RAM hatte. Aber zufrieden war ich immer noch nicht.

Ich habe weiter probiert bis ich schließlich mit gtkperf etwas experimentiert und einige Dinge festgestellt habe. Gtkperf ist ein Tool das die Zeichengeschwindigkeit der GTK Widgets ermitteln kann indem es diverse Tests durchführt. So benötigte der Test auf dem Duron unter Ubuntu mit dem Human-Murrine Theme fast 50 Sekunden. Ein Vergleichstest mit Fluxbox ergab gerade einmal 20-22 Sekunden. Dieser Unterschied ist auch bei der täglichen Arbeit zu spüren. Ich machte mich also an die Ursachenforschung.

Das Ergebnis: als wesentliche Faktoren stellten sich das verwendete Theme und die Einstellung der Kantenglättung heraus. Die Standard Themes von Ubuntu (Human-Murrine) und Xubuntu (MurrinaStormCloude) verwenden beide die Murrine Engine. Diese ist im Vergleich zu anderen Engines relativ langsam. Verwendet man zb das Theme Mist oder eines der Xfce Themes ist schon ein Unterschied festzustellen. Hat man zusätzlich die Kantenglättung mittels Subpixeln aktiviert wird es ganz schlimm. Nachdem ich also die Kantenglättung anders eingestellt hatte und ein anderes Theme verwendet habe konnte ich unter Ubuntu plötzlich mit ca 23 Sekunden ähnliche Werte erreichen wie mit Fluxbox. Gleiches galt für Xfce auf dem Laptop. Auf beiden Rechnern lässt sich spürbar flüssiger arbeiten.

Ein paar Werte:

  • Fluxbox: ca 20-22 Sekunden
  • Xfce/Gnome: MurrinaStromCloud und Kantenglättung 50 Sekunden
  • Xfce/Gnome: Xfce oder Mist und Kantenglättung 35-40 Sekunden
  • Xfce/Gnome: Xfce oder Mist ohne Kantenglättung ca 23 Sekunden

Man sollte also, wie hier am Beispiel von Ubuntu, unter System->Einstellungen->Erscheinungsbild->Schriftarten die Option “Beste Form” wählen

Erscheinungsbild

Erscheinungsbild

Das Fazit: auch auf älteren Rechnern muss man nicht unbedingt auf WindowManager wie Fluxbox zurückgreifen wenn man flüssig arbeiten will. Das richtige Theme, das Abschalten von Subpixel Hinting und die Wahl der richtigen Distribution können hier ausreichen.

Man muss also nicht seine alten Rechner wegwerfen und neue kaufen nur um mit einem aktuellen und sicheren Betriebssystem arbeiten zu können. Man muss nur Linux verwenden und wissen wie man das Optimum herausholt.


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