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Ubuntu Unity bei 1024×600 – diesmal auf einem echten Netbook

Samstag, März 12th, 2011

Im Dezember hatte ich bereits versucht, mir einen Eindruck darüber zu machen, wie gut Unity bei 1024×600 Pixeln wirkt. Da mein 13″ Belinea Notebook leider vorzeitig das Zeitliche gesegnet hat, musste ich mich nach einem Ersatz umschauen. Da ich nicht so viel Geld ausgeben wollte ist es ein Samsung N150-Eliah N450 Plus geworden. Geliefert wurde es mit Windows 7 Starter. Ich habe es mal kurze getestet und es ist… naja, Geschichte. Jedenfalls kann ich jetzt einen realen Test auf einem aktuellen Netbook machen und einen echten Eindruck gewinnen.

Also USB Stick mit dem aktuellen Snapshot von Natty Narwhal bespielt und installiert. Es gibt noch ein paar Problemchen, aber um die soll es hier mal nicht gehen. Das N150 hat eine Netbook typische Ausstattung. 1024×600 Pixel Display, Intel Atom N450 CPU mit 1GB Ram und den NM10 Chipsatz mit GMA3150 Grafikkern.

Die Startzeit beträgt von Grub bis zum Login ca 25 Sekunden, vom Login bis zum Desktop nochmal ca 11 Sekunden. Firefox braucht für den ersten Start knapp 10 Sekunden. Keine Spitzenwerte, aber auch nicht schlecht wenn man bedenkt, um welche Geräteklasse es sich handelt und kein Vergleich zu dem Kaffeepausengenerator, der vorher da drauf war..

Das Web in Unity

Das Web in Unity

Auf dem Netbook kann Unity seine Stärken auch richtig ausspielen. Dieser Screenshot zeigt den Unterschied zwischen einem normalen Gnome Desktop mit Panels (links), dem Gnome Desktop mit versteckten Panels (Mitte) und Unity (rechts). Bei einem normalen Gnome Desktop bleiben für eine Webseite 433 Pixel, in Unity hat man 512 Pixel. Das macht sich schon bemerkbar. Hinzu kommt, dass man immer noch alle wichtigen Elemente im Blickfeld hat, also Uhr, Batteriestatus usw. Das ist bei den verstecken Panels nicht der Fall.

Das Menü von Firefox habe ich mit Absicht anzeigen lassen, um den Effekt des Global Menu zu verdeutlichen. Bei den meisten aktuellen Browsern kann man das Menü zwar ausblenden oder es ist gar nicht mehr vorhanden, aber die meisten anderen Programme haben diese Möglichkeit nicht.

Durch das versteckte Startmenu hat man genug Breite, um die meisten Webseiten ohne horizontales Scrollen darstellen zu können. Bisher habe ich noch keine einzige Seite gehabt, bei der das der Fall war.

Das Bedienkonzept geht größtenteils auf. Lediglich das Aktivieren des Startmenus mit dem Touchpad ist etwas mühsam. Bis man den Mauszeiger in die linke obere Ecke und dann nach unten zur Anwendung befördert hat ist es ein ziemliches Gefummel.Mit einer externen Maus geht das flüssiger.

Umso angenehmer ist jedoch die Nutzung der Tastatur.. Über die <Super> Taste wird das Startmenu angezeigt und mit den Tasten 1 bis 0 lassen sich Anwendungen einfach starten bzw in den Vordergrund holen.

Insgesamt hat man den Eindruck, dass viel Wert auf die Bedienung mit der Tastatur gelegt wurde. Anwendungen lassen sich recht einfach über <Super>+a und die Eingabe des Programmnamens starten, vergleichbar mit GnomeDo. Bereits verwendete Dateien lassen sich auf ähnliche Weise mit <Super>+f öffnen. Aus diesen sogenannten Places heraus ist auch eine Suche im Internet möglich.

Firefox ohne Adressleiste

Firefox ohne Adressleiste

Ich bin sogar noch einen Schritt weiter gegangen und habe beim Firefox sowohl die Adressleiste als auch die Bookmarks ausgeblendet. So bleibt praktisch nur noch die Tableiste übrig. Über <Strg>+L lässt sich ein Eingabefeld aufrufen, in dem man die Adresse eintippen kann. Hier fehlt mir eigentlich nur eine automatische Vervollständigung wie bei Chromium. (Wenn jemand weiß wie das beim Firefox geht wäre ich um einen Hinweis in den Kommentaren dankbar)

Startmenü mit 32 Pixeln

Startmenü mit 32 Pixeln

Der Platz im Startmenu ist relativ schnell voll. Insgesamt passen bei der Standard Breite von 48 Pixeln nur 9 Icons in den Starter, ohne dass Icons eingeklappt werden müssen. Bei der Mindestbreite von 32 Pixeln sind es immerhin 13 Icons.

Die Indicator Menus im oberen Panel machen ebenfalls einen guten Eindruck. Aufgrund der geringen Breite des Bildschirms kann es jedoch passieren, dass besonders lange Menüs im Global Menu unter die Indicator Menus rutschen und nicht mehr benutzt werden können. Bisher ist mir das jedoch nur bei Geany aufgefallen. Bei allen anderen Programmen hat der Platz bisher ausgereicht.

Die Performanceprobleme, die Maverick auf Netbooks hatte, gehören der Vergangenheit an. Unity fühlt sich auf dem Netbook richtig flüssig an. Flash Videos bis 480p laufen flüssig. Höhere Auflösungen konnte ich mangels ausreichender Displayauflösung noch nicht testen. Zeitintensive Aufgaben kann Unity natürlich nicht beschleunigen.

Wie sich Unity auf einem älteren Netbook mit N270 Atom und altem Grafikkern verhält kann ich nicht beurteilen. Auf diesem Gerät sind mir bisher noch keine Probleme hinsichtlich der Performance aufgefallen. Zwischen Unity und dem mitgelieferten Windows 7 Starter liegen Welten. Sowohl was die Reaktionsgeschwindigkeit der Oberfläche angeht als auch die Benutzbarkeit der Programme. Bis unter Windows ein Programm gestartet ist wartet man deutlich länger. Auch den Platz sucht man vergeblich. Selbst wenn man sich mühsam mit versteckter Taskleiste und anderen Workarounds Platz geschaffen hat erzielt man kein vergleichbares Ergebnis.

Ein Problem, an dem auch Unity nichts ändern kann, sind viele, in der Größe fest definierte Dialoge. Diese ragen dann über den Bildschirm hinaus und man muss den Dialog entweder mit gedrückter <Alt> Taste verschieben oder man muss auf den benachbarten Desktop wechseln. Auch Programme wie Thunderbird nehmen mit dem ausladenden Userinterface viel Platz weg. Hier würde man sich für diese Geräteklasse schlankere Oberflächen wünschen.

Zusammengefasst muss ich sagen, dass Unity hier voll überzeugen kann. Es gibt zwar noch einige Mängel, die aber zum großen Teil dem Alpha Status von Natty Narwhal und dem noch sehr jungen Ayatana Projekte zuzuschreiben sind. Auf dem Netbook und auch auf meinem Laptop wird Unity auf jeden Fall seinen Platz finden. Wie es auf dem Desktop aussieht muss sich noch zeigen.

REAL Classic Desktop für Natty

Freitag, Februar 25th, 2011

Neben Unity kann man bei Natty Narwhal ja auch den “Classic Desktop” auswählen. Aber ganz so “classic” ist der leider nicht, da das Hauptmenu ein anderes ist und die Anwendungsmenus immer noch im oberen Panel sind (Global Menus). Das lässt sich leicht ändern.

Zunächst klickt man mit rechts auf das Hauptmenu und wählt “Aus dem Panel entfernen”. Das gleiche macht man mit dem Global Menu. Wenn man das Global Menu entfernt landen die Anwendungsmenus automatisch in den Fenstern.

Anschließend klickt man mit rechts auf eine leere Stelle im Panel und wählt “Zum Panel hinzufügen”. In der Liste sucht man jetzt den Eintrag “Menüleiste” und klickt auf Hinzufügen.

Jetzt muss man eventuell noch das Menu an die richtige Stelle schieben und mit einem Rechtsklick und “Auf dem Panel sperren” verankern.

Man muss also keine Panik vor Natty haben und mit Fluchtgedanken spielen. Mit ein paar Klicks ist alles wieder beim alten… fast.

[Quelle] Meine Frage auf askubuntu.com

Xubuntu 11.04 Natty Narwhal: ein Einblick

Freitag, Februar 4th, 2011

Neben Gnome und neuerdings Unity habe ich schon immer ein Auge auf Xubuntu bzw Xfce geworfen. Das Release der Alpha 2 hat mich veranlasst, einen Blick auf den aktuellen Stand zu werfen… und ich wurde nicht enttäuscht.

Xubuntu verwendet die Version 4.8 von Xfce, die erst vor kurzem fertiggestellt wurde. Viele Teile wurden überarbeitet oder sogar komplett neu geschrieben. Vollständig neu sind die Panels, die jetzt unter anderem echte Alpha Transparenz beherrschen.

An der Anwendungsauswahl in Xubuntu hat sich (noch) nicht viel verändert. Der Standard Browser bleibt Firefox in Version 4, der Mail Client ist Thunderbird und für Chat gibt es Pidgin und Xchat. Für Office kommt weiterhin Abiword und Gnumeric zum Einsatz. Als Mediaplayer ist Parole dabei, Exaile wird jedoch laut OMG! Ubuntu! gegen Gmusicbrowser ausgetauscht. Ansonsten bleibt die Programmauswahl wie gehabt konservativ. Auch Gimp ist nach wie vor dabei.

Der Xubuntu Desktop

Der Xubuntu Desktop

Die erste Überraschung war der Desktop. Nur noch ein Panel? Und das oben? Auch die Taskleiste ist oben? Seltsam. Das Xfce Menu wird nur als Icon dargestellt, auf das Menu Orte wird gänzlich verzichtet.

Das zweite Panel

Das zweite Panel

Ah, doch, nachdem die Maus in die Nähe des unteren Bildschirmrands gekommen ist erschien das zweite Panel. Dieses dient nur noch als Schnellstarter und es macht gleich mal vom  Alpha Kanal Gebrauch. Damit das funktioniert ist der Xfce eigene Compositor standardmäßig aktiviert.

Etwas irritieren tut mich das kleine Dreieck rechts unten. Es sieht aus wie ein Anfasser eines Fensters und wenn man mit der Maus darüber fährt erscheint auch das entsprechende Symbol. Es passiert aber nichts, wenn man darauf klickt und zieht.

Thunar

Thunar

Das neue Default Theme von Xubuntu heißt greybird, dass Icon Set heißt Xubuntu elementary. Bis auf das obere Panel ist das Theme in einem hellen grau/blau gehalten und ist unaufdringlich.

Der Dateibrowser Thunar hat sich oberflächlich kaum geändert, kommt jedoch jetzt besser mit Netzwerkverbindungen zurecht. Für die Erstellung von Netzwerkverbindungen gibt es das zusätzliche Programm Gigolo. Externe Medien wie USB Sticks lassen sich direkt mounten oder auswerfen.

Statt dem Orte Menu befindet sich jetzt im unteren Panel ein Icon, über welches man über ein Menu direkt in die einzelnen Verzeichnisse gelangen kann oder ein Terminal an der entsprechenden Stelle geöffnet wird.

Anwendungsfinder

Anwendungsfinder

Der Anwendungsfinder ist schlich, übersichtlich und funktional. Er arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie der Anwendungsstarter von Unity, nur eben im klassischen Design. Lediglich eine Übersicht der am häufigsten verwendeten Anwendungen fehlt.

Anzeige

Anzeige

Ebenfalls komplett überarbeitet wurde die Anzeigeverwaltung. Ein externer Monitor wird jetzt problemlos erkannt. Alle Einstellungen funktionieren und man kann jeweils einen Monitor abschalten. Leider ist bisher nur das Klonen des Desktops möglich. Eine Erweiterung des Desktops scheint noch nicht zu funktionieren.

Paneloptionen

Paneloptionen

Wie bereits erwähnt wurde das Panel komplett neu programmiert. Unter anderem ist es jetzt möglich, aus dem Xfce Menu Programme per Drag & Drop in dem Panel oder auf dem Desktop abzulegen. Auch die Optionen wurden erweitert. Neben der Alpha Transparenz lassen sich die Objekte leichter einfügen, entfernen oder verschieben. Trotz der kompletten Überarbeitung lassen sich die alten Applets weiter verwenden.

Abiword

Abiword

Gnumeric

Gnumeric

Nach wie vor wird Xubuntu mit den Office Alternativen Abiword und Gnumeric ausgeliefert. Da die beiden Programme GTK+ verwenden fügen sie sich nahtlos in den Desktop ein uns sehen optisch ansprechend aus. Vom Funktionsumfang dürften Sie für die meisten Anwender völlig ausreichen. Lediglich der Datenaustausch mit anderen Office Paketen funktioniert teilweise nicht sauber.

Das neue Xubuntu wird dank Xfce 4.8 wieder ein Stück besser und wirkt mit dem neuen Theme moderner als alle seine Vorgänger. Wem der neue Aufbau mit der Schnellstartleiste nicht gefällt kann es dank der überarbeiteten Panel Einstellungen schnell seinen Wünschen anpassen. Mit unter 200MB RAM ist es nach wie vor deutlich schlanker als eine Standard Installation von Ubuntu, ohne dabei auf wichtige Features verzichten zu müssen.

Wer ein schlankes und schnelles System für einen älteren Rechner sucht oder wem die Neuerungen von Ubuntu nicht gefallen sondern lieber einen klassischeren Desktop vorzieht sollte einen Blick auf Xubuntu werfen.

1 Pixel Border virtuell verbreitert

Freitag, Januar 28th, 2011

Beim Ubuntu Default Theme ist der Fensterrahmen seit einer Weile nur einen Pixel breit. Das sieht zwar gut aus, ist aber lästig, wenn man das Fenster vergrößern/verkleinern will. Man braucht manchmal 3-4 Anläufe, bis man trifft.

Das ändert sich jetzt. Der Rahmen wird wieder breiter. Aber nur “virtuell”. Optisch bleibt er einen Pixel breit. Der Trick: der Schatten wird als versteckter Rahmen verwendet.

1 Pixel Border verbreitert

1 Pixel Border verbreitert

Man sieht auf dem Screenshot die Breite des Rahmens. Das eigentliche Fenster endet am Hellgrauen Rand der Scrollbar. Der weiße Streifen markiert den äußeren Rand. Der dunkle Streifen dazwischen ist eigentlich der Schatten des Fensters. Diese Breite steht jetzt jedoch zum anklicken zur Verfügung. Diesen Rand gibt es jedoch nur seitlich und unten.

Abstand zum Desktop Rand

Abstand zum Desktop Rand

Einen Nachteil hat das ganze (bis jetzt). Wer mit Hilfe der Snap Funktion die Fenster an den Bildschirmrand anheften möchte dürfte sich über einen Zwischenraum wundern.

Ob an dem Problem gearbeitet wird kann ich derzeit noch nicht sagen, aber ich gehe mal davon aus. Ansonsten ist der verbreiterte Rahmen eine wirklich angenehme Sache. Endlich ist das Verkleinern und Vergößern von Fenstern wieder ohne Zielwasser gegen den Tatterich möglich ;)

Neues bei Unity

Samstag, Januar 15th, 2011

Mit dem letzten Update gab es einige Änderungen am Startmenu von Unity, vor allem optischer Natur. Es wurde aber auch ein lästiger Bug gefixt.

Bisher musste ich nach dem Start von Unity immer erst einmal mit der rechten Maustaste auf den Desktop klicken. Tat man das nicht führte ein Rechtsklick auf das Startmenu dazu, dass es “verstümmelt” wurde. Auch die Menus im oberen Panel wollten nicht richtig funktionieren. Dieser Bug ist jetzt behoben.

Expose 2x2

Expose 2x2

Die Desktop Anordnung bei Expose ist jetzt wie bei der ersten Unity Version aufgeteilt in ein 2×2 Raster. Das nutzt den Platz auf dem Bildschirm besser als die Anordnung nebeneinander.

"Hintergrundbeleuchtung"

"Hintergrundbeleuchtung"

Die Launcher Icons haben ein sogenanntes “Backlight”. Bei einer gestarteten Anwendung wird der Rahmen um das Icon eingefärbt. Dies kann man nun auch permanent aktivieren. Der Launcher selbst lässt sich mit der “Super” Taste (Windows Taste) anzeigen, wenn er versteckt ist.

Neue Settings im Compiz Plugin

Neue Settings im Compiz Plugin

Das Unity Plugin in Compiz hat neue Einstellungen erhalten. Neben dem bekannten Autohide gibt es jetzt noch die Möglichkeit, die Taste zum Anzeigen des Launchers einzustellen.

Auf dem Experimental Reiter kann man das bereits erwähnte Backlight dauerhaft einschalten und einige einfache Effekte der Icons beim Starten einer Anwendung oder bei einer Benachrichtigung einstellen. Man kann wählen zwischen einem dezenten Blinken oder einem Wackeleffekt. Wen es stört kann beides deaktivieren.

Der Medienplayer Banshee ist jetzt in der Standard Installation und ersetzt Rhythmbox. Wer weiterhin Rhythmbox verwenden will muss dies nachinstallieren

Problemchen mit Gimp

Problemchen mit Gimp

Man merkt jedoch, dass Unity immer noch im Alpha Stadium ist. So werden die Toolfenster von Gimp nur zur Hälfte auf dem aktuellen Desktop angezeigt, die andere Hälfte ragt auf den darunter liegenden Desktop. Auch das Menu wird bei Gimp nicht immer angezeigt. Hier muss man sich mit dem Kontextmenu behelfen. Auch die Tastenkombinationen Alt+F1 und Alt+F2 funktionieren noch nicht.

Unity auch ohne 3D Treiber für 2D?

Freitag, Januar 14th, 2011

Wie webupd8 berichtet wird offensichtlich an einer Unity Version gearbeitet, die ohne einen funktionierenden 3d Treiber auskommt. Die Version basiert auf Qt4.7 und nutzt QML.

Unity 2d

Unity 2d

Den Screenshots nach zu urteilen handelt es ich dabei jedoch eher um eine Portierung der ersten auf Mutter basierenden Unity Version von Maverick, unterscheidet sich also von der kommenden Compiz Version.

Mark Shuttleworth schreibt dazu auf askubuntu in einem Kommentar

In addition, there will be a 2D implementation of Unity, available in 11.04 as an option.bfiller.wordpress.com/2011/01/13/unity-2d – Mark Shuttleworth

The end of systray in 11.04

Montag, Dezember 13th, 2010

Ich schaue mir gerade ein Video an, in dem Mark Shuttleworh über Ubuntu Unity spricht und einige Dinge näher erklärt. Teilweise sehr interessant und ich werde eventuell später noch einmal näher darauf eingehen.

Mir ist dabei aber ein Punkt aufgefallen, über den er gar nicht gesprochen hat. Er taucht nur auf einem Sheet auf.

The end of systray in 11.04

The End of Systray

The End of Systray

Ich kann das hier auch bestätigen. Kein Systray mehr im Panel. Das Fehlen ist also kein Bug sondern beabsichtigt.

Um ein’s vorweg zu nehmen. Das gilt nur für Unity, nicht für Gnome. Der Gnome Desktop wird nach wie vor parallel zu Unity verfügbar sein (einfach beim Login umschalten) und auch ganz normal ein Systray haben.

Ubuntu Unity Desktop mit Compiz unter Natty Narwhal 11.04 Alpha 1

Samstag, Dezember 11th, 2010

Bisher habe ich alle Tests von Natty Narwhal von einem Live USB Stick gemacht. Jetzt habe ich den ersten Test auf meinem Dell Inspiron 6400n gewagt, ein seit je her gnädiger Rechner, was Linux Unterstützung angeht. Dementsprechend problemlos lief die Installation.

Der Unity Desktop in Natty Narwhal

Der Unity Desktop in Natty Narwhal

Da die letzte Live CD immer noch vom 06.12. stammt gab es nach der Installation naturgemäß viele Updates. Und es gab auch einige Neuerungen, speziell im Startmenu.

Am Konzept zu der Unity Version von Maverick Meerkat hat sich nichts geändert. Die Fenster Menus sollen weiterhin im oberen Panel angezeigt werden, ähnlich wie bei OS X. Dies gelingt jedoch nach wie vor noch nicht bei allen Programmen wie zum Beispiel bei Firefox oder, erstaunlicherweise, bei Synaptic.

Die Fensterleiste, oder genauer gesagt die Fensterbuttons, soll bei maximierten Fenstern ebenfalls in das obere Panel integriert werden. Dies hat bei der alten Unity Version zumindest bei GTK+ Programmen problemlos funktioniert. In der neuen Version mit Compiz ist dies jedoch noch nicht implementiert. Daran wird gearbeitet.

Der über das Ubuntu Logo erreichbare Programmstarter sowie die auf Zeitgeist basierenden Programm- und Dateihistorien der ersten Unity Version sind ebenfalls nicht implementiert. Auch diese werden sicher noch folgen.

Die Hauptarbeit wird derzeit am Startmenu geleistet. Hier gibt es einige optische Änderungen und neue Funktionen. Gegenüber der ersten Version hat sich das Erscheinungsbild leicht geändert, die Mülltonne ist nach unten gewandert. Die Starter klappen ein, wenn der Platz nicht ausreicht und man kann die Starter nach oben und unten verschieben. Das Verschieben der Starter im Panel funktioniert noch nicht, wird aber sicher auch bald implementiert.

Neu ist auch das Kontext Menu im Startmenu. Mit Open new Window lassen sich jetzt mehrere Instanzen eines Programms starten. Dies war in der ersten Version von Unity noch nicht möglich. Ein Kritikpunkt der ersten Version ist damit schon einmal beseitigt.

Unity Kontextmenu

Unity Kontextmenu

Das Kontext Menu zeigt bei einigen Programmen auch zusätzliche Optionen, wie hier am Beispiel von recordMyDesktop.

Aber kommen wir zum spannendsten Teil. Auch ein Kritikpunkt der ersten Unity Version war die Platzverschwendung des Startmenus. In der ersten Compiz Version von Unity gab es noch ein einfaches Autohide. In der aktuellen Version kann man bereits Intellihide bewundern.

Intellihide wurde an die gleichnamige Funktion von Docky angelehnt. So lange kein Fenster maximiert ist bleibt das Startmenu sichtbar. Maximiert man ein Fenster, verschwindet das Startmenu und lässt sich hervorzaubern, indem man die Maus über das Ubuntu Logo in der linken oberen Ecke bewegt.

Hat man kein Fenster maximiert und verschiebt ein Fenster in den Bereich des Startmenus verschwindet es ebenfalls und verdeckt so nicht das Fenster. Alles in allem wie ich finde eine gelungene Umsetzung.

Da ein Bild bekanntlich mehr sagt als 1000 Worte und ein Video mehr sagt als 1000 Bilder gibt es selbstverständlich auch ein kurzes Video. Im Video ist zu sehen, wie ich versuche die Fenster im Expose Mode zu verschieben. Warum das nicht funktioniert hat ist mir nicht klar. Jetzt funktioniert es ohne Probleme. Möglich, dass es etwas mit dem Desktop Rekorder zu tun hat.

(Das Video wird nur im Blog angezeigt)

Ich bin gespannt, was sich in den nächsten Wochen und Monaten noch so alles tut. Für kleine Geräte ist Unity auf jeden Fall ein interessante Idee und auf meinen Laptops wird der Desktop sicher der Standard. Leider habe ich kein echtes Netbook, um auf einem richtig kleinen Bildschirm einen Eindruck zu bekommen.

Ob Unity bei mir auf dem Desktop landen wird muss sich noch zeigen. Ausprobieren werde ich es auf jeden Fall, wenn es soweit ist.

Quickshot: Ubuntu Unity mit Compiz. Natty Narwhal Alpha 1 (Update)

Sonntag, Dezember 5th, 2010

Nachdem nun die erste Alpha von Ubuntu Natty Narwhal erschienen ist habe ich es mir auf die Schnelle einmal angeschaut.

Ubuntu Unity Natty Narwhal

Ubuntu Unity Natty Narwhal

Derzeit ist der Unity Desktop auch gleichzeitig der Standard Desktop. Am Konzept hat sich nichts geändert, jedoch an der darunter liegenden Technik. Als Fenstermanager kommt jetzt wieder Compiz zum Einsatz und das seitliche Startmenu ist nicht mehr als ein Compiz Plugin.

Die Optik des Startmenus hat sich leicht geändert, das Funktionsprinzip bleibt gleich. Wenn man dem Video glauben darf beherrscht es jetzt Auto-Hide. Leider wurde in dem Video nicht gezeigt, wie man die Funktion aktiviert.

Nachdem die erste Version von Unity über keinen Desktop verfügt hat übernimmt diese Aufgabe nun wieder Nautilus. Man kann also wie gewohnt Dateien, Ordner und Starter darauf ablegen und nutzen. Das Menu des Desktops wird im oberen Panel angezeigt, wenn man auf den Desktop klickt.

Auch die Menus der anderen Programme landen, wie bei der ersten Version von Unity, im oberen Panel, ausgenommen Firefox. Dieser liegt aktuell in der Version 4.0 Beta 7 vor. Die Titelleiste von maximierten Fenstern wird jedoch noch nicht in das Panel integriert.

Ein Klick auf das Ubuntu Logo in der oberen linken Ecke offenbart am deutlichsten den frühen Status von Unity. Statt einer Programmauswahl wird der Dateibrowser mit dem Verzeichnis /usr/share/applications geöffnet, aus dem man derzeit die Programme starten muss, sofern sie noch nicht im Startmenu verankert sind. Auch die auf Zeitgeist basierende Anwendungs- und Dateiansicht aus der ersten Unity Version fehlen vollständig.

Sollte der Grafiktreiber kein Compositing unterstützten oder möchte man Unity nicht nutzen steht nach wie vor der klassische Gnome Desktop zur Verfügung.

Unity ist weiterhin ein interessantes Konzept und dank Compiz wirkt es deutlich flüssiger. Man merkt jedoch, dass noch viel zu tun ist. Ich behalte die Entwicklung im Auge und bin gespannt, was sich in den nächsten Monaten so alles tut.

Update: Ich habe die Universe Paketquellen aktiviert und den Compizconfig Settings Manager nachinstalliert. Dieser ist standardmäßig nicht dabei. Damit lässt sich die Autohide Funktion vom Startmenu aktivieren.

Autohide Launcher

Autohide Launcher

Anschließend verschwindet das Startmenu. Es kommt nur zum Vorschein, wenn man mit der Maus in die linke obere Ecke fährt. Ereignisse werden bei verstecktem Panel dadurch angezeigt, indem das entsprechende Icon kurz angezeigt wird, wie in diesem Beispiel der Dateimanager.

Das versteckte Panel mit Notification

Das versteckte Panel mit Notification

Weiterhin schrieb OMG!Ubuntu! heute, dass das Panel wohl nicht “movable” werden wird. Mark Shuttleworth sagte dazu

“I’m afraid the location of the Unity launcher is fixed by design.We want the launcher always close to the Ubuntu button.”

Banshee neuer Standard Player in Ubuntu 11.04 Natty Narwhal?

Freitag, Oktober 29th, 2010

Nach dem Aufschrei der Community, dass Unity in Ubuntu 11.04 der Standard Desktop werden soll kommt der nächste Kracher. Laut OMG! Ubuntu! wird Banshee der Standard Player in Natty Narwhal. Ich höre schon den nächsten Aufschrei, vor allem, weil Banshee in C# programmiert ist.

Banshee Music Player

Banshee Music Player

Ich habe mir daher Banshee gleich mal vorgenommen. Das Abspielen von Musik klappt, wie zu erwarten, problemlos. Das Abspielen von Videos funktioniert … bedingt. Ausgerechnet das freie OGV Format wird von Banshee nicht erkannt. Zumindest konnte ich Banshee nicht dazu bewegen, die Videos abzuspielen. Es besteht wohl also keine Gefahr für Totem.

Wesentlicher Unterschied zwischen Rhythmbox und Banshee ist die Alben Ansicht. Während Rhythmbox eine reine Textansicht mit flexiblen Filterfunktionen bietet, mit denen man auch nach Genres suchen kann, bietet Banshee eine Albenansicht mit Covern. Die Sortierung erfolgt nach den Interpreten und deren Alben.

Ubuntu One Music Store in Banshee

Ubuntu One Music Store in Banshee

Der Ubuntu One Music Store ist auch bereits integriert und funktioniert. Die gekauften Musikstücke findet Banshee ebenfalls.

Interessant ist auch Miro Guide für die Suche nach Podcasts. Der Amazon MP3-Laden und Last.fm haben jedoch den Dienst verweigert. Letzterer hat Banshee sogar zum Absturz gebracht.

Banshee im Sound Menu

Banshee im Sound Menu

Banshee lässt sich mit Hilfe eines Addons genauso wie Rhythmbox in das Sound Menu integrieren, was wohl auch bei Natty Narwhal der Fall sein wird. Alternativ gäbe es noch ein Indicator Menu Icon, was aber wohl nicht verwendet wird.

Insgesamt macht Banshee einen umfangreicheren, aber nicht so stabilen Eindruck wie Rhythmbox. Ich hatte bei meinem Test doch noch das eine oder andere Problem. Die Entscheidung, dass Banshee der Standard Player in Ubuntu werden soll, könnte hier jedoch für einen gewissen Schub sorgen.

Mir persönlich gefällt Rhythmbox besser, weil er stabiler und schlanker ist und eher meinem Nutzerverhalten entspricht. Trotzdem werde ich Banshee eine faire Chance geben und bei Bedarf eben wieder zurück zu Rhythmbox wechseln.

Ich höre jedoch schon jetzt wieder den Aufschrei in der Community, insbesondere wegen der Abhängigkeit von dem Microsoft belasteten Mono Framework. Viele haben vermutlich gehofft, dass nach dem Wegfall von F-Spot mit Tomboy das letzte verbliebene Mono Programm irgendwann auch noch rausfliegt.


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