Posts Tagged ‘Unity Desktop’

Programme auf verschiedenen Desktops öffnen mit Unity

Donnerstag, Juni 9th, 2011

Gnome 3 bietet die Möglichkeit, Programme auf einem bestimmten Desktop zu starten, indem man das Icon einfach auf den entsprechenden Desktop zieht.

Unity kann etwas ähnliches. Man zoomt die Desktops mit Super+S heraus und klickt auf den gewünschten Desktop (einmal klicken). Anschließend startet man das Programm aus dem Launcher. Klickt man auf einen weiteren Desktop kann man noch mehr Programme auf anderen Desktops starten.

Ganz zuverlässig scheint es aber noch nicht zu sein. Manchmal funktioniert es nicht richtig.

Unity oder nicht Unity? Das ist hier die Frage

Montag, April 25th, 2011

Es gibt teilweise hitzige Diskussionen über den neuen Desktop von Canonical. Teilweise kochen manche Gemüter über. Manche stellen nach ein paar Tagen oder Wochen fest, dass Unity gar nicht so schlimm ist, wie sie anfangs dachten. Soll man also Unity nutzen oder lieber etwas anderes suchen?

Schauen wir uns zunächst einmal das offensichtliche an. Unity ist neu, Unity ist radikal (aber IMHO lange nicht so radikal wie Gnome 3) und, besonders wichtig, Unity ist noch nicht fertig. Viele der Kritiken werden im Laufe der Zeit vermutlich nach und nach verpuffen, wenn Unity sich weiterentwickelt und der Funktionsumfang zunimmt. Auch Gnome 3.0 ist nicht gerade ein Musterbeispiel für bedingungslose Konfigurierbarkeit und KDE4.0 war nicht nur kaum zu konfigurieren sondern auch extrem instabil. Ich weiß, KDE4.0 war eigentlich eine Entwicklerversion, wurde aber trotzdem auf die User losgelassen.

Mit Unity ändert sich das Bedienkonzept von Ubuntu. Aber nicht grundlegend. Es gibt eigentlich nur drei wesentliche Änderungen.

  1. Starter und Taskleiste werden zusammengelegt und auf die linke Seite gesetzt
  2. Für das suchen und starten von Programmen und Dokumenten gibt es neue Dialoge
  3. Das Anwendungsmenü wandert an den oberen Bildschirmrand

zu 1.) das neue Startmenü ist für viele im ersten Moment ungewohnt, aber man kann sich schnell daran gewöhnen. Wer ein Dock nutzt oder Windows 7 oder OS X kennt wird gar nicht mal so viele Probleme haben. Es hat ein paar Vorteile gegenüber der klassischen Taskleiste, aber auch ein paar Nachteile. Manche sagen, mit den bereits vorhandenen Docks könne man das gleiche erreichen. Ich hab es mal ausprobiert, aber es ist nicht das gleiche. Es wirkt nie wie aus einem Guss und man hat nicht die Möglichkeit, das Menü über die Bildschirmecke zu öffnen, was ich gegenüber dem kompletten Bildschirmrand inzwischen bevorzuge.

zu 2.) auch die neuen Dialoge zum Starten von Programmen und suchen von Dateien sind ungewohnt und haben auch Vor- und Nachteile. Darauf komme ich gleich nochmal zurück.

zu 3.) Das sogenannte Application Menu, oft Global Menu genannt, ergibt vor allem auf kleinen Bildschirmen wie Netbooks einen Sinn. Man gewinnt dadurch wertvollen Platz. Auf einem Desktop ist es Geschmackssache. Wer den sogenannten Sloppy Focus nutzt (Fenster bekommen automatisch den Fokus, sobald der Mauszeiger über dem Fenster ist) hat mit dem Application Menu jedoch ein ernstes Problem. Aus diesem Grund hab ich das Application Menu auf meinem Desktop inzwischen auch deaktiviert.

Punkt 1. und 2. sind Geschmackssache und/oder Gewöhnungssache. Unity gibt es so vor und man muss abwägen, ob man damit mehr Vorteile oder mehr Nachteile hat. Wobei Punkt 1. eigentlich nicht wirklich neu ist. OS X und Windows 7 verwenden etwas ähnliches und Docks wie Docky oder Cairo Dock sind auch vergleichbar. Punkt 3. ist auch nicht neu, allerdings wurde es nur selten verwendet. Davon abgesehen ist es irrelevant, da man es ändern kann. Das einzig neue, was übrig bleibt, ist Punkt 2.

Auf einem Netbook ist Unity bisher alternativlos, um unsere Kanzlerin mal zu zitieren. Kein anderer Desktop schafft den Spagat zwischen Bedienkomfort und Platzgewinn besser. Bei allen Alternativen büßt man Platz ein oder gewisse Bedien- und Anzeigeelemente sind nicht oder nur über Umwege zu erreichen. Selbst auf einem Laptop mit 1366×768 Pixeln würde ich Unity aus diesem Grund vorziehen.

Auf einem Desktop spielt der Platzvorteil eine untergeordnete Rolle. Hier punkten bei mir inzwischen die Tastenkombinationen Super+a und Super+f (Super = Windows Taste). Ich starte Programme, die nicht im Launcher sind, fast ausschließlich über die Tastatur. Die hierarchischen Menüs von Gnome mögen zwar im ersten Moment übersichtlicher sein, aber ich habe bei dieser Art Menü immer wieder ein Problem (auch in allen anderen “Aufklappmenüs”): Wenn ich in ein Untermenü muss passiert es mir immer wieder, dass ich einen benachbarten Menüpunkt erwische, bevor der Mauszeiger das Untermenü erreicht hat. Dadurch verschwindet das Untermenü und ich muss “korrigieren”. So schön das Anwendungsmenü von Gnome 2 ist, aber der Punkt hat mich immer wieder gestört. Das ist aber wie gesagt kein spezielles Problem des Gnome Menüs sondern gilt für alle, die so aufgebaut sind.

Ich finde, Unity ist ein gutes Konzept, aber es hat noch ein paar Ecken und Kanten, an denen man noch feilen könnte. Das wird im Laufe der Zeit aber garantiert passieren. Von daher sollte man sich Kritik in der Form “Unity kann dies nicht und das nicht” lieber sparen. Keine Desktopumgebung hatte in der ersten Version an  allen Parametern Schräubchen, an denen man drehen konnte. Ich erinnere mich noch gut an die mageren Druckdialoge von Gnome 2 in Feisty Fawn. Wirklich wichtige Funktionen wie Duplex Druck gab es schlicht nicht. Von daher hab ich eigentlich kein Verständnis, wenn sich jemand über die fehlende Möglichkeit muckiert, irgend eine Farbe oder Icon Größe zu ändern. Gnome 2 war 2007 schon etwas älter als Unity und da fehlten viel schlimmere Sachen als ein paar Farbrädchen.

Mir ist klar, dass Unity nach wie vor auf Gnome 2 aufbaut, aber Gnome hat Gott sei Dank in vielen Bereichen nachgebessert. Es ist eine Sache, verhältnismäßig unwichtige Einstellungen wie für das Aussehen oder das Verhalten der Oberfläche weg zu lassen, aber es ist etwas völlig anderes, wichtige Funktionen wie den Duplex Druck nicht anzubieten. Ich war damals (zurecht) verärgert über Gnome, weil die einzige Alternative KDE gewesen wäre.

Unity oder nicht Unity? Ich sehe keinen Grund, der gegen Unity spricht, ausgenommen vielleicht Stabilitätsprobleme. Die sind bei mir inzwischen jedoch selten. Auf Intel Hardware geht die Fehlerquote inzwischen gegen null. Eventuell gibt es vereinzelt Probleme mit spezifischen Programme, die nicht zum Grundumfang von Ubuntu gehören und zum Beispiel mit dem Wegfall des Systray schlecht oder gar nicht zu benutzen sind.

Bleibt noch eine Frage: Unity als Standard in Natty? Ich sage ja. Unity ist in den meisten Fällen ausgereift genug für den normalen Einsatz. Außerdem hat Canonical nur so die Möglichkeit, Unity zu verbessern. Canonical brauch die Resonanz der User, sowohl in Fragen der Usability als auch bei der Stabilität auf spezieller Hardware. Canonical hat nicht die Ressourcen von Microsoft, großflächige Tests auf unterschiedlicher Hardware durchzuführen und kann nur Usability Tests mit kleinen Gruppen durchführen. Viele benutzen auch eher unbekanntere Programme, die von Canonical gar nicht alle getestet werden können, die aber unter Unity Probleme verursachen können. Ich erinnere nur an Alt+F2, dessen Fehlen erst durch einen Bug Report aufgefallen ist.

Wäre Unity nicht der Standard Desktop ging der größte Teil dieser “Testkapazität” verloren, da die wenigsten zufällig darüber stolpern würden. Und dafür, dass man ein kostenloses Betriebssystem bekommt, kann man diesen kleinen Beitrag denke ich durchaus leisten. Wer Probleme hat oder Unity parou nicht mag kann, zumindest in Natty, jederzeit zu Gnome wechseln. Viel schlimmer wäre es doch, wenn Unity erst mit dem Ozelot käme und es als Option nur noch Gnome 3 gäbe.

Wirklich unerfahrenen Neueinsteigern ist es denke ich egal. Die hätten auch mit Gnome 2, Gnome 3 oder KDE4 am Anfang ihre liebe Not, alles zu finden, was sie brauchen. Obwohl ich mich als nicht ganz unerfahren betrachte hatte ich mit dem KDE4 Menü am Anfang auch Startschwierigkeiten.

Ubuntu Unity bei 1024×600 – diesmal auf einem echten Netbook

Samstag, März 12th, 2011

Im Dezember hatte ich bereits versucht, mir einen Eindruck darüber zu machen, wie gut Unity bei 1024×600 Pixeln wirkt. Da mein 13″ Belinea Notebook leider vorzeitig das Zeitliche gesegnet hat, musste ich mich nach einem Ersatz umschauen. Da ich nicht so viel Geld ausgeben wollte ist es ein Samsung N150-Eliah N450 Plus geworden. Geliefert wurde es mit Windows 7 Starter. Ich habe es mal kurze getestet und es ist… naja, Geschichte. Jedenfalls kann ich jetzt einen realen Test auf einem aktuellen Netbook machen und einen echten Eindruck gewinnen.

Also USB Stick mit dem aktuellen Snapshot von Natty Narwhal bespielt und installiert. Es gibt noch ein paar Problemchen, aber um die soll es hier mal nicht gehen. Das N150 hat eine Netbook typische Ausstattung. 1024×600 Pixel Display, Intel Atom N450 CPU mit 1GB Ram und den NM10 Chipsatz mit GMA3150 Grafikkern.

Die Startzeit beträgt von Grub bis zum Login ca 25 Sekunden, vom Login bis zum Desktop nochmal ca 11 Sekunden. Firefox braucht für den ersten Start knapp 10 Sekunden. Keine Spitzenwerte, aber auch nicht schlecht wenn man bedenkt, um welche Geräteklasse es sich handelt und kein Vergleich zu dem Kaffeepausengenerator, der vorher da drauf war..

Das Web in Unity

Das Web in Unity

Auf dem Netbook kann Unity seine Stärken auch richtig ausspielen. Dieser Screenshot zeigt den Unterschied zwischen einem normalen Gnome Desktop mit Panels (links), dem Gnome Desktop mit versteckten Panels (Mitte) und Unity (rechts). Bei einem normalen Gnome Desktop bleiben für eine Webseite 433 Pixel, in Unity hat man 512 Pixel. Das macht sich schon bemerkbar. Hinzu kommt, dass man immer noch alle wichtigen Elemente im Blickfeld hat, also Uhr, Batteriestatus usw. Das ist bei den verstecken Panels nicht der Fall.

Das Menü von Firefox habe ich mit Absicht anzeigen lassen, um den Effekt des Global Menu zu verdeutlichen. Bei den meisten aktuellen Browsern kann man das Menü zwar ausblenden oder es ist gar nicht mehr vorhanden, aber die meisten anderen Programme haben diese Möglichkeit nicht.

Durch das versteckte Startmenu hat man genug Breite, um die meisten Webseiten ohne horizontales Scrollen darstellen zu können. Bisher habe ich noch keine einzige Seite gehabt, bei der das der Fall war.

Das Bedienkonzept geht größtenteils auf. Lediglich das Aktivieren des Startmenus mit dem Touchpad ist etwas mühsam. Bis man den Mauszeiger in die linke obere Ecke und dann nach unten zur Anwendung befördert hat ist es ein ziemliches Gefummel.Mit einer externen Maus geht das flüssiger.

Umso angenehmer ist jedoch die Nutzung der Tastatur.. Über die <Super> Taste wird das Startmenu angezeigt und mit den Tasten 1 bis 0 lassen sich Anwendungen einfach starten bzw in den Vordergrund holen.

Insgesamt hat man den Eindruck, dass viel Wert auf die Bedienung mit der Tastatur gelegt wurde. Anwendungen lassen sich recht einfach über <Super>+a und die Eingabe des Programmnamens starten, vergleichbar mit GnomeDo. Bereits verwendete Dateien lassen sich auf ähnliche Weise mit <Super>+f öffnen. Aus diesen sogenannten Places heraus ist auch eine Suche im Internet möglich.

Firefox ohne Adressleiste

Firefox ohne Adressleiste

Ich bin sogar noch einen Schritt weiter gegangen und habe beim Firefox sowohl die Adressleiste als auch die Bookmarks ausgeblendet. So bleibt praktisch nur noch die Tableiste übrig. Über <Strg>+L lässt sich ein Eingabefeld aufrufen, in dem man die Adresse eintippen kann. Hier fehlt mir eigentlich nur eine automatische Vervollständigung wie bei Chromium. (Wenn jemand weiß wie das beim Firefox geht wäre ich um einen Hinweis in den Kommentaren dankbar)

Startmenü mit 32 Pixeln

Startmenü mit 32 Pixeln

Der Platz im Startmenu ist relativ schnell voll. Insgesamt passen bei der Standard Breite von 48 Pixeln nur 9 Icons in den Starter, ohne dass Icons eingeklappt werden müssen. Bei der Mindestbreite von 32 Pixeln sind es immerhin 13 Icons.

Die Indicator Menus im oberen Panel machen ebenfalls einen guten Eindruck. Aufgrund der geringen Breite des Bildschirms kann es jedoch passieren, dass besonders lange Menüs im Global Menu unter die Indicator Menus rutschen und nicht mehr benutzt werden können. Bisher ist mir das jedoch nur bei Geany aufgefallen. Bei allen anderen Programmen hat der Platz bisher ausgereicht.

Die Performanceprobleme, die Maverick auf Netbooks hatte, gehören der Vergangenheit an. Unity fühlt sich auf dem Netbook richtig flüssig an. Flash Videos bis 480p laufen flüssig. Höhere Auflösungen konnte ich mangels ausreichender Displayauflösung noch nicht testen. Zeitintensive Aufgaben kann Unity natürlich nicht beschleunigen.

Wie sich Unity auf einem älteren Netbook mit N270 Atom und altem Grafikkern verhält kann ich nicht beurteilen. Auf diesem Gerät sind mir bisher noch keine Probleme hinsichtlich der Performance aufgefallen. Zwischen Unity und dem mitgelieferten Windows 7 Starter liegen Welten. Sowohl was die Reaktionsgeschwindigkeit der Oberfläche angeht als auch die Benutzbarkeit der Programme. Bis unter Windows ein Programm gestartet ist wartet man deutlich länger. Auch den Platz sucht man vergeblich. Selbst wenn man sich mühsam mit versteckter Taskleiste und anderen Workarounds Platz geschaffen hat erzielt man kein vergleichbares Ergebnis.

Ein Problem, an dem auch Unity nichts ändern kann, sind viele, in der Größe fest definierte Dialoge. Diese ragen dann über den Bildschirm hinaus und man muss den Dialog entweder mit gedrückter <Alt> Taste verschieben oder man muss auf den benachbarten Desktop wechseln. Auch Programme wie Thunderbird nehmen mit dem ausladenden Userinterface viel Platz weg. Hier würde man sich für diese Geräteklasse schlankere Oberflächen wünschen.

Zusammengefasst muss ich sagen, dass Unity hier voll überzeugen kann. Es gibt zwar noch einige Mängel, die aber zum großen Teil dem Alpha Status von Natty Narwhal und dem noch sehr jungen Ayatana Projekte zuzuschreiben sind. Auf dem Netbook und auch auf meinem Laptop wird Unity auf jeden Fall seinen Platz finden. Wie es auf dem Desktop aussieht muss sich noch zeigen.

Seitliche Panels – 16:9 schuld?

Samstag, Februar 5th, 2011

Unity legt das Startmenu auf die Seite, auch die Gnome Shell verzichtet auf ein unteres Panel und legt die Taskleiste auf die linke Seite. Ich lese auch dauern, dass damit OS X kopiert wird. Ich habe allerdings noch kein Bild von einem OS X Desktop gesehen, bei dem das Startmenu seitlich angeordnet ist, es würde mich aber nicht wundern.

Unity geht sogar noch einen Schritt weiter und legt die Anwendungsmenus und die Titelleiste von maximierten Fenstern in das obere Panel.

Zitat von Mark Shuttleworth:

It’s all about vertical pixels

Und warum? Weil Displays immer breiter und niedriger werden. Zuerst 4:3, dann 16:10 und schließlich 16:9.

Das klassische Gnome Design mit zwei Panels, Titelleiste und Menu, die breite Taskleiste von Windows 7 plus Titelleiste und Menu, die Taskleiste von KDE4 usw usf: kostet auf einem 16:9 Display alles zuviel Platz.

Auf einem FullHD Monitor mag es noch kein Problem sein, auch noch nicht bei 1600×900, aber spätestens bei 1366×768 hat man im Browser doch nur noch einen Guckschlitz ins Internet. Breit, aber nicht mehr sonderlich hoch. Auf einem Nettop mit 1024×600 bleibt bei den normalen Designs von einer Webseite doch gar nichts mehr übrig.

Und viele Webseiten nutzen die Breite gar nicht. Auch viele Anwendungen können von der vollen Breite keinen Gebrauch machen. Wenn man programmiert sollen die Codezeilen sowieso nicht länger als 80 Zeichen sein. Eher nur 78.

Die einzige Anwendung, die wirklich davon profitiert, sind Videos. Einen Film im 16:9 Format kann man balkenfrei abspielen. Nur dumm, dass der größte Teil aller DVDs eben nicht in dem entsprechenden 1,76:1 Format verkauft wird. Es gibt fast keine Spielfilme in dem Format. Bei meinen über 60 Spielfilm DVDs sind gerade mal 3 in 16:9. Der überwiegende Teil wird n 1,85:1, 1,35:1 oder sogar 1,40:1 gedreht. Da hat man selbst am heimischen FullHD Fernseher fette schwarze Balken.

Der Trend mit den seitlichen Panels wundert mich also nicht. Für die normale PC Nutzung ist das 16:9 Format eigentlich unsinnig. Und jeder, der über diesen Trend schimpft sollte als erstes mal schauen, ob er nicht selbst ein Stück dazu beigetragen hat.

Meine Laptops haben eine Auflösung von 1280×800 und ich bin froh über jedes vertikale Pixel mehr, das ich zur Verfügung habe.

Kurz getestet: Gnome-Shell

Dienstag, Februar 1st, 2011

Nachdem Gnome 3 jetzt als Live CD verfügbar ist habe ich es mir mal kurz angeschaut. Da die CD wohl nur unvollständig ist kann ich auch nur testen, was verfügbar ist.

Das erste Problem ist mir schon kurz nach dem Booten aufgefallen. In der unteren rechten Ecke erschien ein Hinweis: Funknetzwerke sind verfügbar. Klicken Sie auf dieses Symbol, um sich damit zu verbinden. Daneben das Symbol des Netzwerkmanager. *klick*…*klickklick*…..*klickklickklickklickklickklickklickklickklick* nichts passiert. Eventuell sollte man dazu schreiben, dass das entsprechende Symbol in der OBEREN Leiste gemeint ist.

Naja, vielleicht auch nur eine schlechte Übersetzung ins deutsche, ich weiß es nicht. Nach zwei weiteren Minuten testen, ich bin eher unbeabsichtigt mit der Maus in die linke obere Ecke gefahren, hing der Desktop. Die Maus ließ sich bewegen, der Rest war tot. Alt+Druck+k oder ähnliches zeigten keine Wirkung. In der ersten halben Stunde ist mir der Desktop insgesamt 4x in verschiedenen Situationen abgestürzt.

Und dann diese Schrift: winzig und unscharf. Ich weiß nicht, ob die Kantenglättung fehlt oder der Font schlecht gewählt ist. Jedenfalls sieht es echt bescheiden aus. Selbst im Firefox wirken die Schriften seltsam.

Die Titelleiste der Fenster sind monströs. Aber vielleicht hat man das mit Absicht so gewählt, dass man auf einem Touchpanel auch mit dicken Wurstfingern die Fenster verschieben kann. Der Schnellstarter auf der linken Seite ist auch nicht zu übersehen, wenn er mal da ist, dafür muss man die Icons mit der Lupe suchen und die Schrift darunter ist nur zu erahnen.

Soviel zu meinem ersten Eindruck von Gnome 3

Ok, Spaß beiseite. Das ist jetzt mal mit Absicht übertrieben und polemisch formuliert. Die Fakten stimmen aber und mein erster Eindruck sieht in etwa so aus. Nach dem Booten wurde ich durch die Benachrichtigung wirklich in die Irre geführt und ich habe erwartet, dass man auf das Symbol in der Benachrichtigung klinken soll. Hier sollte man wirklich nachbessern, weil ich sonst wohl nicht der letzte bin, dem das passiert.

Die Abstürze hatte ich auch. Ich habe zuerst auf meinem Belinea o.book getestet mit Intel 4500HD Chipsatz. Ich habe es wirklich in unterschiedlichen Situationen geschafft, dass der komplette Desktop hängen bleibt. Bei Unity ist mir bisher im schlimmsten Fall Compiz abgeschmiert. Ich konnte zumindest immer alle Daten retten und mit Alt+Druck+k den Desktop neu starten. Bei der Gnome Shell half nur 3 Sekunden Power Knopf drücken.

Die Titelleiste von Gnome 3 ist in dem Default Design wirklich ungewöhnlich hoch. Dazu kommt noch das Menu. Auf einem Netbook mit 1024×600 Pixeln sieht man im Browser von der Webseite nicht mehr viel, wenn man nicht in den Vollbild Modus wechselt.

Auch die Schnellstartleiste auf der linken Seite ist extrem breit und hat vergleichsweise kleine Icons. Die Beschriftung darunter ist trotz kleiner Schrift meistens gekürzt und meines Erachtens überflüssig. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, den Schnellstarter zu verschieben. Ich konnte auch nicht festlegen, dass die Leiste permanent sichtbar ist. Auch die Schrift sah wirklich unscharf aus. Eine Erklärung dafür konnte ich nicht finden.

Normalerweise lasse ich mich ja nicht auf BILD Niveau herab, aber die polemischen Kritiken an Unity in der letzten Zeit haben mich zu einem direkten Vergleich mit der Gnome Shell veranlasst und kann bisher wirklich nur feststellen, dass sich Gnome Shell und Unity nicht viel nehmen. Kritiken wie monströse Icons und auf die linke Seite geklatsche Taskleiste kann man in ähnlicher Form an die Gnome Shell weitergeben.

Es ist auch nicht alles an der Gnome Shell schlecht. Viele der Probleme, die ich geschildert habe, sind vermutlich auf den unfertigen Zustand und eine unvollständig zusammengestellte Live CD zurückzuführen (nicht einmal 400MB groß). Die Performance der Grafik ist wirklich besser als bei Unity, zumindest soweit ich das hier vergleichen kann. Auf meinem zweiten Laptop mit Intel GMA950 konnte ich keinen Absturz provozieren. Also scheint es ein Treiberproblem mit dem 4500HD Chip zu geben. Die Benachtichtigung unten rechts hat auch einige nette Features wie zum Beispiel das direkte Chatten in der Benachrichtigung.

Mir gefällt auch die Anordnung der Fenster nebeneinander, wenn man sich die Desktop Übersicht anzeigen lässt (Expose). Unity Maverick konnte das dank Mutter noch, mit Compiz bleiben die Fenster da wo sie sind. Ich hoffe, dass die Compiz Entwickler das noch abkupfern.

In beiden Fällen, sowohl bei der Gnome Shell als auch bei Unity, sollte man warten, bis sie fertig sind und ein vollständiges Paket geschnürt ist. Dann kann sich jeder für deine Bedürfnisse die passende Shell aussuchen. Beide haben ihre Vorzüge, beide haben Schwächen und jeder sollte sich das raussuchen, was ihm besser gefällt. Aber wer sich über monströse Icons und ein festes Startmenu bei Unity beschwert und deshalb zur Gnome Shell wechselt sollte vielleicht besser mal seine Augen überprüfen lassen.

1 Pixel Border virtuell verbreitert

Freitag, Januar 28th, 2011

Beim Ubuntu Default Theme ist der Fensterrahmen seit einer Weile nur einen Pixel breit. Das sieht zwar gut aus, ist aber lästig, wenn man das Fenster vergrößern/verkleinern will. Man braucht manchmal 3-4 Anläufe, bis man trifft.

Das ändert sich jetzt. Der Rahmen wird wieder breiter. Aber nur “virtuell”. Optisch bleibt er einen Pixel breit. Der Trick: der Schatten wird als versteckter Rahmen verwendet.

1 Pixel Border verbreitert

1 Pixel Border verbreitert

Man sieht auf dem Screenshot die Breite des Rahmens. Das eigentliche Fenster endet am Hellgrauen Rand der Scrollbar. Der weiße Streifen markiert den äußeren Rand. Der dunkle Streifen dazwischen ist eigentlich der Schatten des Fensters. Diese Breite steht jetzt jedoch zum anklicken zur Verfügung. Diesen Rand gibt es jedoch nur seitlich und unten.

Abstand zum Desktop Rand

Abstand zum Desktop Rand

Einen Nachteil hat das ganze (bis jetzt). Wer mit Hilfe der Snap Funktion die Fenster an den Bildschirmrand anheften möchte dürfte sich über einen Zwischenraum wundern.

Ob an dem Problem gearbeitet wird kann ich derzeit noch nicht sagen, aber ich gehe mal davon aus. Ansonsten ist der verbreiterte Rahmen eine wirklich angenehme Sache. Endlich ist das Verkleinern und Vergößern von Fenstern wieder ohne Zielwasser gegen den Tatterich möglich ;)

Neues bei Unity

Samstag, Januar 15th, 2011

Mit dem letzten Update gab es einige Änderungen am Startmenu von Unity, vor allem optischer Natur. Es wurde aber auch ein lästiger Bug gefixt.

Bisher musste ich nach dem Start von Unity immer erst einmal mit der rechten Maustaste auf den Desktop klicken. Tat man das nicht führte ein Rechtsklick auf das Startmenu dazu, dass es “verstümmelt” wurde. Auch die Menus im oberen Panel wollten nicht richtig funktionieren. Dieser Bug ist jetzt behoben.

Expose 2x2

Expose 2x2

Die Desktop Anordnung bei Expose ist jetzt wie bei der ersten Unity Version aufgeteilt in ein 2×2 Raster. Das nutzt den Platz auf dem Bildschirm besser als die Anordnung nebeneinander.

"Hintergrundbeleuchtung"

"Hintergrundbeleuchtung"

Die Launcher Icons haben ein sogenanntes “Backlight”. Bei einer gestarteten Anwendung wird der Rahmen um das Icon eingefärbt. Dies kann man nun auch permanent aktivieren. Der Launcher selbst lässt sich mit der “Super” Taste (Windows Taste) anzeigen, wenn er versteckt ist.

Neue Settings im Compiz Plugin

Neue Settings im Compiz Plugin

Das Unity Plugin in Compiz hat neue Einstellungen erhalten. Neben dem bekannten Autohide gibt es jetzt noch die Möglichkeit, die Taste zum Anzeigen des Launchers einzustellen.

Auf dem Experimental Reiter kann man das bereits erwähnte Backlight dauerhaft einschalten und einige einfache Effekte der Icons beim Starten einer Anwendung oder bei einer Benachrichtigung einstellen. Man kann wählen zwischen einem dezenten Blinken oder einem Wackeleffekt. Wen es stört kann beides deaktivieren.

Der Medienplayer Banshee ist jetzt in der Standard Installation und ersetzt Rhythmbox. Wer weiterhin Rhythmbox verwenden will muss dies nachinstallieren

Problemchen mit Gimp

Problemchen mit Gimp

Man merkt jedoch, dass Unity immer noch im Alpha Stadium ist. So werden die Toolfenster von Gimp nur zur Hälfte auf dem aktuellen Desktop angezeigt, die andere Hälfte ragt auf den darunter liegenden Desktop. Auch das Menu wird bei Gimp nicht immer angezeigt. Hier muss man sich mit dem Kontextmenu behelfen. Auch die Tastenkombinationen Alt+F1 und Alt+F2 funktionieren noch nicht.

Unity auch ohne 3D Treiber für 2D?

Freitag, Januar 14th, 2011

Wie webupd8 berichtet wird offensichtlich an einer Unity Version gearbeitet, die ohne einen funktionierenden 3d Treiber auskommt. Die Version basiert auf Qt4.7 und nutzt QML.

Unity 2d

Unity 2d

Den Screenshots nach zu urteilen handelt es ich dabei jedoch eher um eine Portierung der ersten auf Mutter basierenden Unity Version von Maverick, unterscheidet sich also von der kommenden Compiz Version.

Mark Shuttleworth schreibt dazu auf askubuntu in einem Kommentar

In addition, there will be a 2D implementation of Unity, available in 11.04 as an option.bfiller.wordpress.com/2011/01/13/unity-2d – Mark Shuttleworth

Neues bei Unity (Update)

Sonntag, Dezember 19th, 2010

Es gibt wieder ein paar Neuigkeiten von Unity zu berichten.

Der neue Launcher beherrscht jetzt wieder Drag & Drop, womit sich die Icons im Launcher leicht verschieben lassen. Man kann allerdings noch keine neuen Icons per Drag & Drop ablegen und auch nicht auf diese Weise entfernen.

Außerdem wird das Application Menu im oberen Panel nur noch angezeigt, wenn man mit der Maus über das Panel fährt. Ansonsten wird der Programmname in voller Länge angezeigt.

Weiterhin sind mir noch ein paar Verhaltensweisen aufgefallen, von denen ich mir nicht sicher bin, ob sie beabsichtig sind oder ob es Bugs sind. Hat man zwei Fenster geöffnet (zum Beispiel zwei Terminals) werden beide in den Vordergrund geholt, wenn man auf das Launcher Icon klickt. Das war bei der ersten Unity Version noch nicht so.

Klickt man ein zweites Mal auf das Icon werden die geöffneten Fenster nebeneinander dargestellt (im Video nicht zu erkennen). Klickt man dann ein drittes mal auf das Launcher Icon werden alle anderen offenen Fenster minimiert und nur die entsprechenden Fenster angezeigt (im Video die beiden Terminals).

Das Verhalten kann sich natürlich noch ändern. Ob das Ausblenden des Menus so ideal ist weiß ich nicht. Man muss mit der Maus immer erst in’s Panel und dann das gewünschte Menu suchen. Wenn man es permanent sieht kann man direkt ohne Umweg auf das gewünschte Menu gehen.

Wie immer ein kleines Video (nur im Blog zu sehen)

UPDATE: Bei maximierten Fenstern wird die Titelleiste und die Fensterbuttons in das obere Panel integriert.

Unity bei 1024×600 – ein erster Eindruck

Dienstag, Dezember 14th, 2010

Da der Unity Desktop eigentlich mal für Netbooks gedacht war, und auch nach wie vor ein primäres Ziel sind, habe ich versucht, mal einen Eindruck davon zu gewinnen, wie das am Ende in etwa aussehen könnte.

Da mir kein echtes Netbook zur Verfügung steht habe ich die Bildschirmauflösung auf 1024×768 eingestellt und für das Video etwa einen Bereich von 1024×600 verwendet. Das Startmenu wird dabei etwas länger gestreckt. Als Browser habe ich Chromium verwendet. Die obere Fensterleiste hab ich unter das Panel verschoben, um die Integration derselben in das Panel zu simulieren.

Maximierte Programme werden bisher noch nicht in das Panel integriert. Lediglich das Menu der Programme wird als Global Menu angezeigt.

Ich finde, dass ganze macht schon einen recht guten Eindruck. Die meisten Webseiten lassen sich bei der vollen Breite gut darstellen.  Das Startmenu erfüllt seinen Zweck, wobei ich aufgrund der großen Icons etwas Bedenken mit dem Platz habe. Das könnte schnell eng werden. Allerdings denke ich, dass man bei der Verwendung auf Netbooks von einem anderen Nutzerverhalten ausgeht. Die Intellihide Funktion kommt nicht so zum tragen, da die meisten Fenster sowieso maximiert sind und das Startmenu damit sowieso automatisch verschwindet. Der “Umweg” mit dem Mauszeiger in die linke obere Ecke ist auf dem kleinen Bildschirm erträglich.

Da ich wie erwähnt leider kein echtes Netbook habe kann ich Unity nicht wirklich dafür testen. Vielleicht hat jemand von euch ein Netbook rumliegen, das nicht genutzt wird oder leicht defekt ist, und kann mir das für eine gewisse Zeit als Leihgabe zur Verfügung stellen. Dabei ist egal, ob der Akku defekt ist, oder die Festplatte, Tastatur usw. Hauptsache das Display ist intakt, mindestens eine USB Buchse funktioniert und das Netbook ist grundsätzlich in der Lage zu booten. Ich übernehme auch die Transportkosten. Mit einem echten Netbook könnte ich auch testen, ob die Performance mit der Compiz Version von Unity jetzt besser ist als vorher.

(Das Video wird nur im Blog angezeigt)


Switch to our mobile site